Panorama

Reisen trotz Corona Wo ein sorgenfreier Urlaub möglich ist

247097471.jpg

Entspannung mit Abstand: Urlaubsstimmung an einem griechischen Strand.

(Foto: picture alliance / ANE / Eurokinissi)

Die Sommerferien haben begonnen oder stehen vor der Tür. Und mit steigenden Temperaturen wächst bei vielen die Sehnsucht nach Strand, Meer, Bergen und Seen. Doch wo ist ein unbeschwerter Urlaub in diesem Jahr möglich? Viele beliebte Urlaubsländer lockern ihre Einreiseregeln pünktlich zur Hauptreisezeit. In anderen steigt die Inzidenz rasant an. Vor Ort gelten überall weiterhin Einschränkungen. Ein Überblick.

Spanien und die Balearen

Das beliebteste Reiseziel der Deutschen gehörte seit Beginn der Pandemie zu den am stärksten betroffenen Ländern. Zwischenzeitlich hatte Spanien die Corona-Lage gut im Griff. Aktuell aber ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch und die Sieben-Tage-Inzidenz liegt sowohl auf dem Festland als auch auf den Balearen über 100 - Tendenz eher steigend. Das Auswärtige Amt hat bisher keine generelle Reisewarnung ausgesprochen. Nur die autonomen Gemeinschaften Andalusien, Kantabrien, Katalonien, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Exklave Ceuta sind als Risikogebiete eingestuft.

Wer nach Spanien einreist, braucht weder einen PCR- oder Antigen-Test noch einen Impf-Nachweis. Reisende per Flugzeug oder Schiff müssen vorab ein digitales Formular ausfüllen und den damit erzeugten QR-Code bei der Einreise vorlegen. Für den Rückflug von Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera nach Deutschland ist ein negativer Corona-Test nötig.

Die Corona-Beschränkungen auf dem spanischen Festland und den Balearen wurden in den vergangenen Wochen stark gelockert und es gibt keine landesweit einheitlichen Regeln mehr. Generell allerdings gilt: Die Kontaktbeschränkungen sind aufgehoben und ein Mund-Nasen-Schutz muss im Freien nur noch dann getragen werden, wenn ein 1,5-Meter-Abstand zu Personen eines fremden Haushaltes nicht eingehalten werden kann. Geraucht werden darf draußen ausschließlich im Stehen und mindestens 2 Meter von anderen Personen entfernt.

Italien

Endlich wieder im Gardasee baden oder in Südtirol wandern gehen: Italien-Urlauber, die auf dem Landweg wieder nach Deutschland zurückkommen, müssen keine Einreisebeschränkungen mehr beachten. Flugreisende brauchen bei ihrer Rückkehr weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis.

Bei der Einreise in das beliebte Urlaubsland gibt es allerdings nach wie vor kleinere Hürden. Wer Dolce Vita erleben möchte, muss sich vorher über ein Online-Formular anmelden. Zudem ist die Vorlage eines negativen PCR- oder Antigen-Tests erforderlich, der bei Einreise nicht älter als 48 Stunden sein darf, beziehungsweise der Nachweis einer Impfung oder überstandenen Corona-Infektion.

Fast überall in Italien sind inzwischen die nächtlichen Ausgangssperren aufgehoben, viele Museen und Sehenswürdigkeiten sind geöffnet, ebenso Cafés und Restaurants. Eine Masken- und Abstandspflicht gilt aber weiterhin überall.

Österreich

Auch in Österreich stehen alle Zeichen auf Lockerung: Touristische Reisen in Deutschlands Nachbarland sind unkompliziert möglich. Verpflichtend bleibt bei der Einreise ein negativer Corona-Test oder alternativ eine Schutzimpfung beziehungsweise die Genesung von einer Covid-19-Erkrankung. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit 5,6 nur knapp über der von Deutschland.

Schon seit Mitte Mai sind Hotels und Gaststätten wieder für Touristen geöffnet. Museen, botanische Gärten, Zoos, Thermen und Kinos empfangen ebenfalls wieder Besucher. Seit dem 1. Juli sind die Kontaktbeschränkungen und die Einhaltung des Mindestabstandes aufgehoben.

Griechenland

Wer Urlaub in Griechenland machen will, muss einen negativen PCR-Test vorweisen können (nicht älter als 72 Stunden) oder einen negativen Schnelltest (nicht älter als 48 Stunden). Ausnahmen gelten für vollständig Geimpfte und Genesene. Zudem muss die Einreise über ein Online-Formular angemeldet werden.

Trotz wieder steigender Corona-Fallzahlen - die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt knapp über 50 - hat Griechenland viele Corona-Maßnahmen abgeschafft. Im Freien muss keine Maske mehr getragen werden und das nächtliche Ausgangsverbot wurde gekippt. Für Flüge oder Fährfahrten auf die Inseln ist weiterhin ein negativer Test oder eine Impfbescheinigung notwendig.

Frankreich

Aktuell ist Frankreich von der Pandemie stärker betroffen als Deutschland. Das Nachbarland verzeichnete zuletzt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 24,6. Dennoch können Deutsche ohne triftigen Grund einreisen, wenngleich Frankreich seine EU-Binnengrenzen bis Ende Oktober weiter kontrollieren will. Vollständig Geimpfte müssen dabei keinen Corona-Test mehr vorweisen. Für alle anderen ab elf Jahren reicht ein Antigen-Schnelltest statt des bisher verlangten PCR-Tests.

Kultureinrichtungen und Geschäfte sind in Frankreich geöffnet - teils unter strengen Hygienemaßnahmen. Cafés und Restaurants dürfen ihre Gäste auch in Innenräumen wieder bedienen, an einem Tisch dürfen maximal sechs Personen sitzen. Ein negativer Corona-Test ist für einen Besuch nicht erforderlich. Es gilt weiterhin eine strikte Maskenpflicht. Im Freien muss ein Mund-Nasen-Schutz allerdings nur noch in Warteschlangen oder auf Märken getragen werden.

Dänemark

Urlaub zwischen Nord- und Ostsee: Weil Fernreisen nach wie vor nur eingeschränkt möglich sind, ist Dänemark dieses Jahr als Urlaubsziel besonders gefragt. Inzwischen ist die Einreise für deutsche Touristen wieder ohne einen triftigen Grund möglich. Benötigt wird ein negatives Covid-19-Testergebnis (PCR- oder Schnelltest), das nicht älter als 48 Stunden ist. Spätestens 24 Stunden nach der Einreise muss ein weiterer Corona-Test durchgeführt werden - wer mit dem Flugzeug ankommt, muss diesen Test bereits vor Verlassen des Flughafens machen. Kinder unter 15 Jahre sind von der Testpflicht ausgenommen, ebenso vollständig Geimpfte. Nach der Ankunft müssen sich Einreisende aus Deutschland nicht mehr in eine zehntägige häusliche Quarantäne begeben, wie es noch bis vor Kurzem vorgeschrieben war.

Die generelle Maskenpflicht ist in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens aufgehoben. Nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen stehende (nicht sitzende) Passagiere eine Maske tragen. Abstandsregeln gelten aber weiterhin. Grundsätzlich sind Geschäfte geöffnet, allerdings mit Einschränkungen. Für den Besuch von Museen und Freizeiteinrichtungen ist ein negativer Corona-Test nötig, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Diesen benötigt man auch für einen Besuch in einem Restaurant oder einem Café. Das dürfte allerdings kein großes Problem sein, da Corona-Tests in Dänemark kostenfrei sind. Für Bars und Restaurants gilt eine Sperrstunde ab Mitternacht. Ab dem 15. Juli können sie bis 2 Uhr nachts offen bleiben.

Niederlande

Ob ein Städtetrip nach Amsterdam oder ein entspannter Urlaub in einem Ferienhaus an der Nordsee: Der Urlaub in den Niederlanden ist nun wieder unter gelockerten Einreise-Regeln möglich. Da Deutschland für die Niederlande nicht mehr als Hochrisikogebiet gilt, ist kein negativer PCR-Test mehr bei der Einreise nötig. Zudem entfällt die Quarantänepflicht. Wer mit dem Flugzeug einreist, muss allerdings vor dem Reiseantritt ein Gesundheitsformular ausfüllen. Für Reisende, die mit dem Auto nach Holland fahren: An den Grenzen finden Stichprobenkontrollen statt, ansonsten gibt es keine Grenzkontrollen.

Geschäfte, Cafés, Restaurants Museen, Theater und Nachtclubs sind geöffnet, dürfen teilweise aber nur eine begrenzte Zahl von Gästen und Besuchern aufnehmen. Vergnügungsparks und Zoos dürfen ebenfalls Besucher empfangen. Die Maskenpflicht wurde gelockert, sie gilt nur noch dann, wenn ein 1,5-Meter-Mindestabstand nicht eingehalten werden kann - zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen oder Flughäfen. Bei Verstößen gegen Corona-Maßnahmen drohen Bußgelder von bis zu 400 Euro.

Portugal

Im ehemaligen Corona-Hotspot zieht die Zahl der Infektionen seit einigen Wochen wieder stark an. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 147,1 - im Großraum Lissabon sogar über 250. Das RKI hatte das Land als "Virusvarianten-Gebiet" eingestuft. Ab dem 7. Juli um 0 Uhr wird Portugal nur noch als "Hochinzidenzgebiet" geführt. Das Auswärtige Amt rät derzeit von touristischen Reisen in das Land ab.

Für die Einreise nach Festland-Portugal ist ein höchstens 24 Stunden alter, negativer Antigen-Schnelltest nötig. Ein negativer PCR-Test darf bei Abflug nicht älter als 72 Stunden sein. Die Testpflicht gilt nicht für Kinder unter zwölf Jahren. Seit 1. Juli können vollständig Geimpfte und Genesene ohne Corona-Test nach Portugal einreisen. Bei allen Personen, die auf dem Luftweg nach Portugal kommen, wird auf dem Flughafen die Körpertemperatur gemessen. Übersteigt sie 38 Grad Celsius, muss mit Selbstisolation oder häuslicher Quarantäne gerechnet werden.

Die Corona-Regeln in Portugal werden ständig der aktuellen Situation angepasst. Die Maskenpflicht gilt weiter auch im Freien, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Bei einem Verstoß werden bis zu 500 Euro fällig. Bars und Restaurants dürfen bis 1 Uhr öffnen, auch Museen und Parks sind zugänglich. Im Großraum Lissabon gelten schärfere Regeln, unter anderem ist zwischen 23 und 5 Uhr eine Ausgangssperre in Kraft.

Beim Rückflug nach Deutschland benötigen alle Reisenden schon beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis - ausgenommen sind Geimpfte, Genesene und Kinder unter sechs Jahren. Wieder in der Bundesrepublik müssen Portugal-Rückkehrer verpflichtend 14 Tage in Quarantäne. Das gilt auch für alle, die genesen oder geimpft sind. Es ist nicht möglich, sich freizutesten. Mit der Rückstufung zum "Hochinzidenzgebiet" ändert sich diese Regel: Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantäne ganz, für alle anderen wird sie auf zehn Tage verkürzt.

Kroatien

Kroatien will trotz der Corona-Krise in diesem Sommer den Urlaub in dem Land möglichst einfach machen. Touristen dürfen ohne Quarantäne einreisen, wenn sie gegen Corona geimpft sind, einen Antikörper- oder einen negativen Corona-Test (maximal 48 Stunden alt) vorweisen.

Außerdem werden bei der Einreise die Kontaktdaten der Reisenden für die Dauer des Aufenthalts in Kroatien registriert. Zur Vermeidung langer Wartezeiten bei einem Grenzübertritt empfiehlt das kroatische Innenministerium, die Kontakt- und Aufenthaltsdaten vorab online zu hinterlegen. "Die touristische Infrastruktur steht nur im Rahmen der behördlichen Hygieneempfehlungen zur Verfügung. Cafés und Restaurants sind im Außenbereich geöffnet", schreibt das Auswärtige Amt.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.