Politik

Einheitliche Stresstests für AKW 30 Staaten einigen sich in Paris

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In Sicherheitsfragen muss vieles vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

(Foto: dpa)

Die Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) einigen sich auf einheitliche Stresstests für Atomkraftwerke. Der bisherigen Zusammenarbeit bei der Sicherheit der zivilen Atomenergie bescheinigen sie nicht den besten Stand. Das soll sich jetzt ändern.

Vertreter von mehr als dreißig Ländern haben sich in Paris auf Stresstests für Atomkraftwerke geeinigt. Bei einem Seminar beschlossen die Umweltminister und Staatssekretäre der Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA), den internationalen Organisationen eine größere Rolle bei den Sicherheitsüberprüfungen zu geben. Auch das Krisenmanagement soll beispielsweise durch extra geschaffene Teams international verbessert werden.

Die Teilnehmer forderten, Zonen festzulegen, die nach einem Atomunfall geräumt werden müssen. Für die Einnahme von Jod-Tabletten, die bei einem Atomunfall die Aufnahme von radioaktivem Jod blockieren, könnten künftig Grenzwerte gelten.

"Es ist zwingend, international die Zusammenarbeit bei der Sicherheit der zivilen Atomenergie zu verbessern, denn sie ist noch nicht auf dem bestem Stand", sagte die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet, die zu dem Treffen eingeladen hatte. Sie will die Schlussfolgerungen ihrer Kollegen nun an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) weiterleiten.

Frankreich hat dieses Jahr den Vorsitz der Gruppe der acht großen Industriestaaten (G-8). Ziel des Seminars in Paris war es, die Beschlüsse des G-8-Gipfels zur Atomkraft den IEA-Mitgliedsländern zu vermitteln. Der IEA gehören neben zahlreichen EU-Ländern auch Südkorea, die Türkei und Australien an. Die Staats- und Regierungschefs der G-8 hatten vor zehn Tagen AKW-Stresstests vereinbart, die sich an denen der EU orientieren sollen.

Quelle: ntv.de, AFP