Politik

Sorgen-Hubschrauber der Bundeswehr 400 NH90 müssen nachgerüstet werden

Ein NH90 bei einer Bundeswehrübung auf dem Truppenübungsplatz in Bergen (Niedersachsen).

Ein NH90 bei einer Bundeswehrübung auf dem Truppenübungsplatz in Bergen (Niedersachsen).

(Foto: dpa)

Mit zehn Jahren Verspätung bekommt die Bundeswehr ihren neuen Transporthubschrauber NH90. Allerdings gibt es immer noch technische Probleme. Sogar eine größere Reparatur-Aktion wird notwendig.

Rund 400 Militär-Hubschrauber vom Typ NH90 müssen wegen eines technischen Fehlers an der Feuerlöschanlage nachgerüstet werden. "Wir wollen alle Risiken eliminieren", sagte der Vizepräsident des Herstellers Airbus Helicopter, Wolfgang Schoder. Der Flugbetrieb werde nach derzeitiger Planung nicht eingeschränkt, und die Kosten würden vom Hersteller getragen. "Das ist klar die Verantwortung der Industrie."

Im Juni 2014 hatte der technische Fehler zur Notlandung eines Bundeswehr-Hubschraubers im usbekischen Termes geführt. Zunächst war man beim Hersteller von einem Einzelfall ausgegangen. Der NH90 wird von dem Unternehmen NHIndustries hergestellt, an dem Airbus Helicopters maßgeblich beteiligt ist.

Der Mehrzweck-Hubschrauber wurde bisher in 13 Länder geliefert. Er zählt zu den Sorgen-Projekten im Rüstungssektor der Bundeswehr. Das erste von bisher 39 Exemplaren wurde im November 2013 fast zehn Jahre später als ursprünglich geplant ausgeliefert. Technische Probleme gibt es aber immer noch. Der Notlandung in Termes ging ein Kurzschluss nach dem Drücken des Feuerlösch-Knopfes voraus. Dadurch wurde das gesamte Bediensystem an der Decke des Cockpits beeinträchtigt.

Das Unternehmen baut nun zunächst als Provisorium eine Relais-Box ein, die Kurzschlüsse verhindern soll. In einer zweiten Stufe soll dann ein neues Bediensystem entwickelt werden. Das wird aber erst fertig sein, wenn bereits etwa 400 NH90 ausgeliefert sind. Bei der Umrüstung gehe es darum "ein nahezu 100-prozentiges Sicherheitslevel" zu erreichen, sagte Schoder. Der NH90 sei weiterhin ein "extrem zuverlässiges" Fluggerät.

Bisher sind 249 Hubschrauber dieses Typs in 13 Ländern in Betrieb. Die Bundeswehr soll insgesamt 82 NH90 für 3,77 Milliarden Euro erhalten.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa

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