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UN rufen zu Spenden auf 5600 Menschen flüchten aus Mossul

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Die Flüchtlingslager befinden sich in den Nachbarprovinzen von Mossul.

(Foto: dpa)

Am vierten Tag der Großoffensive aus Mossul legen die Vereinten Nationen erstmals Zahlen zu Fluchtbewegungen vor. Gleichzeitig befreien irakische Einheiten ein weiteres Dorf aus der Hand des IS. Sie kommen schneller voran als geplant.

Im Zuge der Offensive auf die irakische IS-Hochburg Mossul sind nach UN-Angaben mehr als 5600 Menschen vertrieben worden. 3700 von ihnen hätten allein am Mittwoch die Flucht ergriffen, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Stéphane Dujarric. Die Betroffenen würden von humanitären Helfern unterstützt.

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Bislang hat das Flüchtlingshilfswerk UNHCR 21.800 Zelte für 130.000 Menschen in der Region um Mossul aufgebaut.

(Foto: dpa)

Wegen der erwarteten Massenflucht rief die UN-Flüchtlingshilfe dringend zu Spenden auf. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR benötige umgerechnet 180 Millionen Euro, um notfalls 750.000 Vertriebene versorgen zu können, hieß es. Bisher seien bisher knapp 40 Prozent der Summe eingegangen. Das Geld wird für Unterkünfte und weitere lebensrettende Maßnahmen gebraucht.

Suche nach Sprengsätzen und Minen

Am vierten Tag der Offensive auf die Millionenmetropole meldeten die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer die Einnahme von mindestens 15 Orten im Umland der Stadt. Östlich von Mossul befreiten irakische Anti-Terror-Einheiten nach eigenen Angaben einen weiteren christlichen Ort aus der Gewalt des IS. Bartella sei vollständig unter Kontrolle gebracht worden, teilte die irakische Armee mit. Die Soldaten suchten nun nach verstecken Sprengsätzen und Minen.

Bartella liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße Richtung Mossul. Von dem Ort aus können die Angreifer voraussichtlich schnell bis an die Tore der Großstadt vordringen. Unklar war, ob sich noch Kämpfer des IS in dem Ort aufhielten.

20 Staaten planen die Zukunft

Mit Unterstützung der internationalen Militärkoalition haben irakische Streitkräfte und kurdische Peschmerga-Kämpfer am Montag eine Offensive auf Mossul begonnen, um die Stadt nach mehr als zwei Jahren vom IS zu befreien. Nach Angaben aus UN-Kreisen könnte der Militäreinsatz Wochen oder Monate dauern. Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte am Donnerstagmorgen allerdings, die Sicherheitskräfte kämen schneller voran als geplant.

In Paris trafen sich derweil Vertreter aus 20 Staaten, um den Wiederaufbau von Mossul zu diskutieren. Beobachter rechnen mit großen Zerstörungen in der Stadt und Kosten in Millionenhöhe. Die Bundesregierung kündigte bei dem Treffen an, im November eine Folgekonferenz zu veranstalten.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/epd

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