Politik

Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre Abklingbecken sicher vor Beben

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Die Entkernung der Reaktoren 1 bis 4 soll in zehn Jahren beginnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Abklingbecken ist sicher – das sagt zumindest der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima. Eine Plane schützt jetzt die über 1500 abgebrannten Brennstäbe vor Erdbeben. Im kommenden Jahr sollen die Stäbe entfernt werden. Neue Zahlen belegen außerdem: Die Strahlung im März 2011 war mehr als doppelt so hoch wie angenommen.

In der japanischen Atomruine Fukushima haben Arbeiter den Boden eines Abklingbeckens mit 1535 abgebrannten Brennstäben gegen die Gefahr von schweren Erdbeben abgesichert. Der Boden des Beckens sei verstärkt worden, sagte der zuständige Minister Goshi Hosono zu Journalisten, wie japanische Medien berichteten. Die Brennstäbe in dem Becken stammen aus dem beschädigten Reaktor 4. Der Reaktor war zu Wartungsarbeiten heruntergefahren, als eine Wasserstoffexplosion in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 Teile der Außenwände des Reaktorgebäudes zerstörte.

Um das Abklingbecken zu schützen, installierten die Aufräumtrupps eine weiße Plane darüber. Angesichts von Sorgen in der Öffentlichkeit versicherte der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks, Tepco, dass das Abklingbecken selbst bei einem erneuten Erdbeben derselben Stärke wie am 11. März vergangenen Jahres nicht zusammenstürzen würde. Hosono nahm am Vortag erstmals das Innere des Reaktorgebäudes in Augenschein und machte sich selbst ein Bild von den andauernden Aufräumarbeiten.

Sollte alles weiter glatt verlaufen, sollen die Brennstäbe vom kommenden Jahr an aus dem Abklingbecken entfernt werden, hieß es. Es gebe zwar weiter Herausforderungen. Aber die Öffentlichkeit solle wissen, dass die Aufräumarbeiten im Problemreaktor 4 vorankommen, sagte Hosono. Laut kann frühestens in zehn Jahren damit begonnen worden, die Reaktoren 1 bis 4 in der Atomruine zu entkernen. Der vollständige Rückbau des AKWs dürfte etwa 30 bis 40 Jahre dauern.

In den ersten Tagen nach der Atomkatastrophe von Fukushima ist nach Angaben des Betreibers mehr als doppelt so viel Strahlung ausgetreten wie zunächst angenommen. Bei der Kernschmelze in drei der sechs Reaktoren wurden im März 2011 etwa 900.000 Terabecquerel freigesetzt, teilte der Tepco mit. Das sind 2,5 mal so viel wie von der japanischen Atomsicherheit im April vergangenen Jahres geschätzt. Mehr als 99 Prozent der Radioaktivität sei in den ersten drei Wochen ausgetreten. Sie entspreche einem Sechstel der bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986 freigesetzten Menge. 

Quelle: n-tv.de, dpa