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"Einige haben schon angeklopft" AfD hofft auf FDP-Überläufer

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Nach der Bundestagswahl setzt Bernd Lucke auf 2014 - und auf enttäuschte FDP-Mitglieder.

(Foto: dpa)

Die AfD spekuliert darauf, bald frustrierte FDP-Mitglieder begrüßen zu dürfen. Dennoch sieht AfD-Chef Lucke seine Partei nicht als "FDP 2.0". Der Beamtenbund kritisiert derweil, dass die Liberalen einige Mitarbeiter noch fix mit Posten versorgt haben.

Nach dem Absturz der FDP bei der Bundestagswahl setzt die Alternative für Deutschland (AfD) auf Zulauf von enttäuschten Liberalen. Er höre aus mehreren Landesverbänden, "dass dort auch ehemalige FDP-Mitglieder an die Tür klopfen", sagte AfD-Chef Bernd Lucke der "Saarbrücker Zeitung". Zahlen habe er aber noch nicht. Er sehe die Rolle seiner Partei nicht darin, die FDP zu ersetzen. "Wir werden definitiv keine FDP 2.0", sagte Lucke.

Die eurokritische AfD war erst im Februar gegründet worden, am Sonntag kam sie aus dem Stand auf 4,7 Prozent der Stimmen. Nach dem guten Abschneiden im Bund konzentriert sich die Partei nun auf die Europawahl im kommenden Jahr und die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. In den drei Ländern habe die AfD bei mehr als sechs Prozent gelegen, "so dass wir gute Chancen haben, in die Parlamente einzuziehen", sagte Lucke der Zeitung.

Auf die Frage, ob seine Partei künftig für bürgerliche Koalitionen zur Verfügung stehe, sagte Lucke, die AfD habe "kein strategisches Interesse daran, der CDU einen verloren gegangenen Bündnispartner zu ersetzen".

Beamtenbund kritisiert Versorgungsposten für FDP-Mitarbeiter

Der Deutsche Beamtenbund (DBB) kritisierte unterdessen die kurzfristige Besetzung von Leitungsposten in Ministerien mit bisherigen FDP-Fraktionsmitarbeitern. Diese blockierten nun wichtige Posten als Referats- und Unterabteilungsleiter, sagte DBB-Vizechef Hans-Ulrich Benra der "Bild"-Zeitung. "Beziehungen dürfen nicht über solche Leitungspositionen entscheiden. Sonst leidet die Qualität unserer Bundesverwaltung", warnte Benra.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung kehren allein ins Wirtschaftsministerium zehn bisherige FDP-Fraktionsmitarbeiter zurück. Zwei von ihnen seien erst in den letzten drei Monaten vor der Wahl noch zu Referatsleitern befördert worden.

Quelle: n-tv.de, AFP

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