Politik

RTL/n-tv Trendbarometer AfD legt wieder zu - kaum Rückhalt für AKK

Der rechtsextremistische Anschlag von Halle hat für die AfD offenbar keine größeren Folgen in der Wählergunst. Schon eine Woche nach dem Mord an zwei Menschen legen die Rechtspopulisten wieder zu. Einen Neustart braucht inzwischen eigentlich die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Die SPD liegt aktuell in der Wählergunst wieder nur knapp vor der AfD. Bei einer angenommenen Wahlbeteiligung von 78 Prozent trennen beide Parteien nur noch 400.000 Stimmen, wie aus dem jüngsten RTL/n-tv Trendbarometer hervorgeht. Beim Urnengang 2017 hatten gut 76 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Damit haben die Sozialdemokraten seit 1998, als mit Gerhard Schröder ein SPD-Politiker ins Kanzleramt einzog, gut zwei Drittel ihrer Wähler verloren.

Bei der Sonntagsfrage liegt die Union derweil weiter vorn. Auf CDU/CSU entfielen wie in der Vorwoche 27 Prozent der Stimmen. Für die Grünen würden 22 Prozent der Wähler votieren - ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD käme unverändert auf 14 und die AfD auf 13 Prozent. Die Rechtspopulisten haben damit ihre Verluste der Vorwoche wieder ausgeglichen, als sie nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Halle Einbußen hinnehmen mussten. Mit dem jetzigen Niveau könne die Partei "das vorhandene Potenzial von für rechtsradikales Gedankengut Anfälligen ausschöpfen", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.

Die Linke käme bundesweit auf acht Prozent und verbesserte sich so zur Vorwoche um einen Punkt. Damit liegt sie zudem gleichauf mit der unverändert zur Vorwoche gehandelten FDP.

Praktisch keine Bewegung gibt es weiter bei der Kanzlerfrage. So hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer weiter deutlich das Nachsehen gegen Vizekanzler Olaf Scholz. Für diesen würden sich weiter 32 Prozent der Wahlberechtigten entscheiden, während AKK nur 15 Prozent einsammeln könnte. Ähnlich verhielte es sich bei einem Duell zwischen der Verteidigungsministerin und Grünen-Chef Robert Habeck. Allerdings hätte er wiederum im Duell mit Scholz das Nachsehen.

Bemerkenswert ist zudem der geringe Rückhalt Kramp-Karrenbauers in den eigenen Reihen. In einem Duell mit Scholz würden sich den Angaben zufolge nur ein Drittel (33 Prozent) der CDU-Anhänger und sogar nur jeder vierte (26 Prozent) CSU-Sympathisant für sie entscheiden. Noch geringeren Rückhalt hat die 57-Jährige außerhalb der Union. In keiner relevanten Bevölkerungsgruppe kommt sie nahe an die 20-Prozent-Marke. So würde sich etwa bei einem Duell AKK und Scholz nur jeder achte (12 Prozent) Ostdeutsche für die Saarländerin entscheiden. Mit 18 Prozent erhielte sie die größte Zustimmung im Lager der Beamten.

Für die Erhebung hat Forsa nach eigenen Angaben in der Zeit vom 14. bis zum 18. Oktober bundesweit 2501 Wahlberechtigte befragt.

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Quelle: n-tv.de, jwu

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