Politik

Westerwelle zuversichtlich Afghanistan am Scheideweg

In Kabul beraten rund 40 Außenminister über die Zukunft Afghanistans. Das krisengeschüttelte Land steht am Scheideweg - Stabilität oder Terror? Bundesaußenminister Westerwelle gibt sich optimistisch. Auch von Nachbar Pakistan kommen positive Signale.

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Afghanischer Polizist in Kabul - bald ohne internationale Unterstützung?

(Foto: REUTERS)

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich vor der Afghanistan-Konferenz zuversichtlich geäußert, die Nachbarländer bei der Stabilisierung des Landes einbinden zu können. "Ich habe den Eindruck, alle haben ein gemeinsames Interesse, nämlich dass der Terrorismus in Afghanistan keine neue Chance bekommt", sagte Westerwelle. "Man wird sie alle brauchen, wenn man in Afghanistan erfolgreich sein möchte und dafür sorgen möchte, dass dort eine stabile Entwicklung möglich wird."

Zentralasien könne nur stabilisiert werden, wenn es in der gesamten Region keine Konflikte mehr gebe, sagte der FDP-Politiker. Es sei ein Fortschritt, dass die Nachbarstaaten an der Afghanistan-Konferenz am Dienstag in Kabul beteiligt seien, ergänzte Westerwelle, der Deutschland bei dem internationalen Treffen vertritt. Unter dem Vorsitz des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wollen zahlreiche internationale Regierungsvertreter, darunter die US-Chefdiplomatin Hillary Clinton und rund 40 weitere Außenminister, über die Zukunft Afghanistans beraten. Dabei geht es unter anderem auch um einen Zeitplan für den Abzug der internationalen Truppen.

Handelsabkommen nach 50 Jahren

Bereits vor der Konferenz kommen aus Afghanistan und Pakistan positive Signale. Die südasiatischen Nachbarn brachten nach 50 Jahren erstmals wieder ein bilaterales Handelsabkommen auf den Weg. Die Handelsminister der beiden Staaten unterzeichneten in Islamabad die entsprechenden Verträge. An der Zeremonie nahm auch US-Außenministerin Hillary Clinton teil, die zu Besuch in Pakistan war. Die USA hatten in den Verhandlungen vermittelt.

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Der afghanische Handelsminister Anwar-ul-Haq Ahady, links, mit seinem pakistanischen Amtskollegen nach der Unterzeichnung des Abkommens.

(Foto: AP)

Ziel des Abkommens ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. So sollen etwa derzeit bestehende Beschränkungen des grenzüberschreitenden Warenaustauschs gelockert werden. Beide Regierungen müssen die Verträge noch ratifizieren.

In der Vergangenheit hatte Afghanistan dem Nachbarn immer wieder vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen radikal-islamische Extremisten auf pakistanischer Seite der gemeinsamen Grenze zu unternehmen. Die Region gilt als Hochburg und Rückzugsraum für Taliban und Al-Kaida, die von dort aus auch Ziele in Afghanistan angreifen. Pakistan kämpft inzwischen mit mehr 100.000 Sicherheitskräften gegen die Extremisten.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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