Politik

5000 Mann nach Zentralafrika Afrikanische Union jagt Kony

Der Rebellenführer Joseph Kony soll für die Entführung von rund 66.000 Kindern und die Vertreibung von mehr als zwei Millionen Menschen verantwortlich sein. Die Afrikanische Union will nun mehrere tausend Mann, Soldaten wie humanitäre Helfer, nach Zentralafrika schicken, um gegen Kony und seine Rebellentruppe vorzugehen.

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Rebellenführer Kony mit seiner Tochter Lacot und seinem Sohn Opiyo. Der Mann aus Uganda wird international wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

(Foto: REUTERS)

Die Afrikanische Union will den berüchtigten Rebellenführer Joseph Kony fassen: Eine 5000 Mann starke Truppe soll nach Zentralafrika entsandt werden, um gegen Konys brutale "Widerstandsarmee des Herren" ("Lord's Resistance Army", LRA) vorzugehen, teilten die Afrikanische Union und die UN in der ugandischen Stadt Entebbe mit. Ziel sei es, den Busch der betroffenen Länder nach Rebellen zu durchsuchen und ihren Anführer dingfest zu machen.

Zu der Mission gehören sowohl Soldaten als auch humanitäre Helfer. Sie sollen die Bevölkerung vor den Fanatikern schützen und Nahrungshilfe leisten. Die Einsatztruppe habe ihre Kommandozentralen im Südsudan und im Nordosten des Kongo, sagte der Sonderbeauftragte und Leiter des Regionalbüros der Vereinten Nationen für Zentralafrika, Abou Moussa. Die Mission soll am Samstag in der südsudanesischen Hauptstadt Juba offiziell vorgestellt werden.

Die LRA hatte unter der Führung Konys seit 1987 den Norden Ugandas, den heutigen Staat Südsudan und den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo terrorisiert. Ziel war die Einrichtung eines christlichen Gottesstaates. Vor sechs Jahren wurde die Gruppe, die Tausende Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht hatte, aus Uganda weitgehend vertrieben.

Kony soll sich derzeit mit einer Kerngruppe der LRA in der Zentralafrikanischen Republik versteckt halten. Die Rebellen sind zudem auch noch im Kongo aktiv. Seit 2005 wird Kony vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

"Sprecher Gottes" soll vor Gericht

Die Soldaten der neu gegründeten Militäreinheit werden aus jenen afrikanischen Ländern rekrutiert, die besonders unter der LRA gelitten haben, darunter Uganda und Kongo. Bereits im vergangenen Oktober hatte US-Präsident Barack Obama 100 Militärberater nach Uganda entsandt, die der dortigen Armee helfen sollen, ihre Soldaten für den Kampf gegen die Rebellen auszubilden. Uganda versucht seit Jahren, eine Rückkehr der LRA zu verhindern.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine amerikanische Organisation eine gestartet. Bislang klickten fast 85 Millionen Menschen auf den YouTube-Link zu dem Video "Kony 2012". Ziel der Verantwortlichen ist es, den "Sprecher Gottes" - wie der Afrikaner sich selbst nennt - zu finden und vor Gericht zu bringen. Jedoch war die Aktion von Anfang an umstritten.

Quelle: ntv.de, dpa

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