Politik
Freitag, 30. August 2013

Tote am "Freitag der Entschlossenheit" : Ägypten kommt nicht zur Ruhe

Wegen der Ereignisse in und um Syrien ist Ägypten in den Hintergrund getreten. Nachdem es in den vergangenen Tagen wieder etwas ruhiger geworden war, fließt jetzt wieder Blut auf den Straßen des Landes. Parallel zu den Protesten der Islamisten greifen Extremisten die Polizei an.

Mursi-Anhänger werfen Steine auf Sicherheitskräfte.
Mursi-Anhänger werfen Steine auf Sicherheitskräfte.(Foto: imago stock&people)

Die Gewalt in Ägypten nimmt kein Ende. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi kamen sechs Menschen ums Leben. Extremisten töteten drei Polizisten. Nach Berichten lokaler Medien wurden während der Protestaktionen der Islamisten zudem mehr als 50 Menschen verletzt. Die Sicherheitskräfte setzten im Kairoer Stadtteil Mohandisien Tränengas gegen die Demonstranten ein und nahmen zahlreiche Mursi-Anhänger fest.

Zu blutigen Straßenschlachten kam es unter anderem in der Stadt Sagasig sowie in Port Said. Nach ägyptischen Medieninformationen gingen Anhänger und Gegner der Muslimbruderschaft auch in Benha, Alexandria und in Beni Sueif aufeinander los. Das Innenministerium meldete zudem Ausschreitungen in Al-Buhaira und Tanta. In Beni Sueif schossen Unbekannte vor Beginn der Proteste auf eine Kaserne der Sicherheitskräfte. An den Protesten beteiligten sich Zehntausende Menschen.

Vorher friedliche Proteste angekündigt

Im Kairoer Bezirk Al-Nosha wurden an einer Straßensperre der Polizei kurz vor Beginn der Protestaktionen zwei Polizisten erschossen. Zwei weitere Polizisten seien verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.

Die Muslimbruderschaft hatte zuvor erklärt, sie werde am "Freitag der Entschlossenheit" nur friedlich protestieren. In einer Stellungnahme, die das Pressebüro der Islamisten-Organisation in London verbreitete, hieß es, die Allianz gegen die Entmachtung von Mursi durch die Armee werde sich "durch die willkürliche Festnahme ihrer Führer nicht besiegen lassen".

Die Armee hatte Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, am 3. Juli nach Massenprotesten gegen ihn und seine Regierung abgesetzt. Seither wurde fast die gesamte Führungsriege der Islamisten-Organisation festgenommen.

Quelle: n-tv.de