Politik

Geheimtreffen in Regierungsgebäude Ahmadinedschad arbeitet an Comeback

Nach acht Jahren wird Mahmud Ahmadinedschad als iranischer Präsident abgelöst. Während alle auf den neuen mächtigen Mann von Teheran blicken, strebt Ahmadinedschad offenbar erneut politische Ämter an.

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Ahmadinedschad will wiederkommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der neue iranische Präsident Hassan Ruhani ist gerade mal sechs Wochen im Amt, da plant sein Vorgänger schon sein politisches Comeback. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, dass Mahmud Ahmadinedschad ein ehemaliges Regierungsgebäude in Nordteheran für politische Treffen nutze. Er bereite dort mit Gleichgesinnten und seinen ehemaligen Ministern und Vizepräsidenten die Parlamentswahl 2016 und die Präsidentenwahl 2017 vor.

Im iranischen Parlament kam die Frage auf, ob ein ehemaliger Präsident in einem Regierungsgebäude politische Treffen veranstalten dürfe. Laut Mehr wolle nun das Justizministerium in das Gebäude einziehen. Somit wäre Ahmadinedschad gezwungen, den Platz zu räumen.

Die Ahmadinedschad-Fraktion, die sich auch die Dritte Welle nennt, sieht sich als Alternative zu den Konservativen und Reformern, den beiden klassischen politischen Gruppierungen im Land. Bei der Präsidentenwahl im Juni erlitt seine Fraktion eine herbe Schlappe. Ihr Kandidat, Said Dschalili, erhielt nur 11 Prozent der über 50 Millionen Stimmen. Ahmadinedschad darf laut Verfassung erst bei der Präsidentenwahl 2017 selber wieder antreten.

Rohani hat sein Amt Anfang August von Mahmud Ahmadinedschad übernommen und gilt im Vergleich zu ihm als gemäßigt. Ahmadinedschad ist nach acht Jahren Präsidentschaft nun Mitglied des Schlichtungsrates, eines Gremiums, das bei Konflikten zwischen dem Parlament und dem Wächterrat vermittelt. Zudem berät er das geistliche Oberhaupt, das ihm laut Verfassung jede Art von Aufgaben übertragen kann.

Quelle: ntv.de, dpa

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