Politik

Nur noch lose Strukturen Al-Kaida-Führer: Der IS hat uns besiegt

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Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden wurde getötet, sein Nachfolger Ayman al-Zawahri hat kaum noch Kontrolle über die Al-Kaida-Zellen.

(Foto: REUTERS)

Westliche Staaten haben Al-Kaida geschwächt, der IS hat die Konkurrenz nun praktisch zerschlagen. Zwei wichtige Mitglieder gestehen: Eine echte Organisationsstruktur gibt es praktisch nicht mehr.

Der Chef der einst gefährlichsten Terrororganisation der Welt hat die eigene Truppe kaum noch unter Kontrolle. Aiman al-Zawahiri sei von der Kommandostruktur abgeschnitten. Er halte sie nur durch Aufrufe zur Loyalität halbwegs am Leben. Das sagten zwei führende Al-Kaida-Mitglieder, Abu Katada und Abu Mohammed al- Makdisi, dem britischen "Guardian". Katada ist ein jordanischer Prediger, al-Makdisi gilt als der einflussreichste Religionsgelehrte des Terrornetzwerks. Im Nahen Osten hat Al-Kaida ihr Land und ihr Ansehen an den IS verloren. Darum sei die Organisation von Rekruten und Geldflüssen abgeschnitten, heißt es im "Guardian".

Das Terrornetzwerk Al-Kaida war Anfang der 1990er Jahre von Osama bin Laden gegründet worden. Es bestand schon immer aus einer Anzahl von Terrorzellen, die weitgehend selbständig agierten. Der größte Anschlag Al-Kaidas war der auf das World Trade Center in New York. Damals, am 11. September 2001, starben fast 3000 Menschen. Haupt-Rückzugsort von Al-Kaida waren Afghanistan und Pakistan. Aber auch in Afrika und auf der arabischen Halbinsel gibt es Al-Kaida-Terrorzellen. Durch den Krieg in Afghanistan und die Drohnenangriffe der USA war die Organisation schon seit einigen Jahren geschwächt.

Der IS war zunächst eine Abteilung von Al-Kaida, ignorierte 2014 aber die Anweisungen Al-Zawahiris und wurde ausgeschlossen. Seitdem befinden sich die beiden Organisationen im Krieg miteinander. Katada sagte, die IS-Mitglieder seien Extremisten und ein "Krebsgeschwür", das innerhalb der dschihadistischen Bewegung wachse. "Der IS respektiert niemanden", so Katada.

Weil der IS noch radikaler und brutaler als Al-Kaida ist, übt er auf junge Extremisten eine noch größere Anziehungskraft aus. Anstatt mit einzelnen Anschlägen Angst zu verbreiten, setzt der IS darauf, ganze Städte unter seine Kontrolle zu bringen und dort seine Vorstellungen eines Kalifats durchzusetzen. Er verfügt über ergiebige Geldquellen aus dem Ölhandel, Steuern, Spenden Schutzgeldern, Beute, Zöllen und Lösegeld und unterhält damit eine Armee mit mehreren 10.000 Kämpfern.

Quelle: ntv.de, che

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