Politik

Jung rechtfertigt Kundus-Affäre "Alles richtig gelaufen"

18055845.jpg

Immerhin sprechen sie im Bundestag noch miteinander.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor seiner Anhörung im Kundus-Untersuchungsausschuss hat der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erneut die Vorgänge um den verheerenden Luftangriff in Afghanistan verteidigt. Es sei aus seiner Sicht "alles richtig gelaufen", sagte Jung dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Er kündigte an, am Donnerstag vor dem Gremium des Bundestages in einer 45-minütigen Erklärung zu den Vorgängen um das Bombardement Stellung nehmen zu wollen, bei dem am 4. September 2009 bis zu 142 Menschen getötet wurden. Als Konsequenz aus den Vorgängen trat Jung von seinem späteren Amt als Bundesarbeitsminister zurück.

Was hinterließ Jung Guttenberg?

16167403.jpg

Der Angriff auf die Tankwagen und seine Informationspolitik brachten Jung um das Amt als Arbeitsminister.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Für Jungs Befragung sind sechs Stunden angesetzt. Dabei wird es unter anderem darum gehen, warum das Verteidigungsministerium nach dem von einem Bundeswehroberst befohlenen Angriff auf zwei Tanklaster so lange gebraucht hat, um zivile Opfer einzuräumen. Zudem wird es um die Informationsflüsse innerhalb der Bundesregierung gehen und um die Frage, welche Sachlage Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Amtsübergabe vorgefunden hat.

Wegen der Informationspolitik um den Kundus-Angriff ist inzwischen auch der Guttenberg (CSU) inzwischen unter Druck geraten. Er hatte den Angriff zunächst als militärisch angemessen bewertet, dies später aber mit Verweis auf neue Informationen revidiert. Guttenberg entließ den früheren Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Verteidigungs-Staatssekretär Peter Wichert mit der Begründung, sie hätten ihm wichtige Akten zu dem Angriff bei Kundus vorenthalten. Beide wiesen die Vorwürfe nicht zuletzt vor dem Untersuchungsausschuss zurück.

Warten auf Guttenberg

Guttenberg soll am 22. April aussagen - möglicherweise vor laufenden Fernsehkameras. An dem Minister werde eine Übertragung seiner Vernehmung nicht scheitern, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Für die Live-Übertragung ist neben der Zustimmung des Zeugen allerdings noch ein Ausschussbeschluss mit Zwei-Drittel- Mehrheit notwendig. Wahrscheinlich wird das Gremium bereits am Donnerstag darüber abstimmen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa/AFP