Politik

Autobombe gezündet Anschlag auf Bundeswehr

Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Anschlag auf den Bundeswehr-Konvoi am Flughafen in Kabul bekannt. Taliban-Sprecher Zabeehullah Mujahid sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Einer unserer Helden-Mudschaheddin hat den Angriff auf deutsche Truppen ausgeführt, als die feindlichen Fahrzeuge durch die Gegend Khawaja Rawash nahe des Kabuler Flughafens fuhren."

Allerdings behauptete der Taliban-Sprecher auch, dass acht deutsche Soldaten getötet worden seien. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin wurde dagegen ein Bundeswehr-Soldat leicht verletzt. Auch ein deutscher Soldat in dem Konvoi sagte, kein Insasse sei getötet worden.

Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, zwei afghanische Soldaten seien getötet sowie ein afghanischer Soldat und vier Zivilisten verletzt worden. Nach Angaben des Brüsseler Verteidigungsministeriums wurden auch vier Belgier leicht verletzt. Die beiden Fahrzeuge der Feldjäger wurden nach Angaben des Ministeriums in Berlin stark beschädigt.

Am 15. August waren bei einem Terroranschlag in Afghanistan erstmals deutsche Polizisten getötet worden. Drei Beamte starben, als sie mit ihrem Fahrzeug auf einen Sprengsatz fuhren. Die Polizisten waren zum Schutz der deutschen Botschaft in Kabul eingesetzt gewesen.

Merkel wirbt für Mandatsverlängerung

Deutsche Politiker haben mehrfach gewarnt, dass die Taliban mit gezielten Angriffen auf Deutsche in Afghanistan versuchen könnten, die politische Debatte über die Mandatsverlängerung in Deutschland zu beeinflussen. Dem müsse Entschlossenheit entgegengesetzt werden, forderten sie. Bundeskanzlerin Angela Merkel warb ausdrücklich für eine Fortsetzung der Bundeswehr-Einsätze. "Das deutsche Engagement in Afghanistan ist ein Engagement, das der Sicherheit Deutschlands dient und gleichzeitig dem Wohle der afghanischen Bevölkerung", sagte sie im japanischen Kyoto.

Die Taliban haben in den vergangenen 19 Monaten zahlreiche Attentate gegen afghanische und ausländische Soldaten verübt. Seit Mitte Juli ist auch ein deutscher Ingenieur in der Gewalt der Taliban. Der 62-Jährige wurde in der Provinz Wardak entführt, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes bemüht sich seither um seine Freilassung.

Der Bundestag entscheidet im Herbst über die Verlängerung der Mandate für den Afghanistan-Einsatz. Besonders in der SPD gibt es massive Bedenken gegen eine erneute Beteiligung am US-geführten Anti-Terror-Einsatz "Operation Enduring Freedom", (OEF) für den Deutschland 100 Elite-Soldaten bereithält. Sie waren allerdings seit Jahren nicht mehr für OEF im Einsatz.

Quelle: n-tv.de

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