Politik

Festnahmen in Pakistan Anschlag auf Touristen

Einen Tag nach dem Anschlag auf eine Gruppe Touristen in Pakistan hat die Polizei etwa ein Dutzend Verdächtige festgenommen.

Zehn bis zwölf Personen seien am Sonntag zur Befragung festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher in Mansehra. Genauere Hinweise auf den Täter habe man aber nicht erhalten. Auf der Suche nach dem Täter habe die Polizei mehrere Gebiete durchkämmt.

Am Samstag hatte ein Unbekannter einen selbstgebauten Sprengsatz auf eine Gruppe von 27 Urlaubern geworfen und dabei zwölf Menschen leicht verletzt, darunter auch sieben Deutsche.

Die Touristen hatten nahe Mansehra im Norden Pakistans die historische Hindu-Stätte Ashoka besucht. Drei Einheimische und neun Ausländer wurden dem pakistanischen Innenministerium zufolge verletzt, darunter auch ein Österreicher und ein Slowene.

Es war in diesem Jahr bereits der fünfte Anschlag auf westliche Ausländer in Pakistan. Die pakistanische Polizei nimmt nach solchen Vorfällen häufig zahlreiche Personen fest, setzt die meisten aber nach ersten Befragungen wieder auf freien Fuß.

Die Opfer vom Samstag waren nach Behördenangaben nur leicht verletzt und hatten bereits am gleichen Tag das Krankenhaus wieder verlassen können. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin handelte es sich bei den sieben Deutschen um sechs Touristen und eine Begleitperson.

Die „Bild am Sonntag“ berichtete unter Berufung auf einen Polizeisprecher in Mansehra, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen gezielten Anschlag radikaler Moslems auf deutsche Touristen gehandelt habe. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte sich während laufender Ermittlungen nicht zu dem Bericht äußern. Er sagte, der deutsche Botschafter in Pakistan stehe in Kontakt zu den Touristen.

Diplomaten werden abgezogen

Angesichts der angespannten Sicherheitslage soll nach Angaben aus diplomatischen Kreisen das deutsche Konsulatspersonal in Karachi verringert worden. Nur vier der zwölf Angstellten sollen in der Stadt bleiben. Karachi war zuletzt Schauplatz mehrerer Anschläge auf ausländische Einrichtungen. Am 14. Juni waren bei einem Anschlag auf das amerikanische Konsulat zwölf Pakistaner getötet worden. Am 8. Mai riss ein Selbstmordattentäter vor einem Hotel elf französische Ingenieure und drei weitere Personen mit sich in den Tod.

Quelle: n-tv.de