Politik
Sonntag, 10. Oktober 2010

Karibische Inseln selbstständiger: Antillen lösen sich auf

Mit Curacao und St. Maarten werden zwei weitere Inseln der Niederländischen Antillen eigenständige Länder. Die staatliche Neugliederung der Niederlande in der Karibik ist damit abgeschlossen. Die Finanzen bleiben jedoch vorerst unter Kontrolle des europäischen Landes.

Die Fahne Curacaos gehisst.
Die Fahne Curacaos gehisst.(Foto: dpa)

Auf den karibischen Ferieninseln Curaçao und St. Maarten sind unter großem Jubel die Flaggen der Niederlande eingeholt und eigene Fahnen gehisst worden. Dem Willen ihrer Bevölkerung entsprechend sind die Inseln nicht mehr Teil eines abhängigen Überseegebiets, sondern selbstständige Länder innerhalb des Königreichs der Niederlande. Damit sind die Niederländischen Antillen als staatliches Gebilde nun vollständig aufgelöst worden. Zur Feier des Tages wurden Thronfolger Willem-Alexander und Prinzessin Máxima von den Insulanern begrüßt.

"Als neues Land haben wir mehr Freiheit, aber wir tragen auch mehr Verantwortung", sagte der frischgebackene Premier von Curaçao, Gerrit Schotte. Allerdings bleiben die öffentlichen Finanzen der beiden Insel-Teilstaaten noch mindestens fünf Jahre unter niederländischer Kontrolle. Grundlage der Statusänderung sind Abkommen, in denen sich die Regierungen von Curaçao (136.000 Einwohner) und St. Maarten (35.000) unter anderem zur Bekämpfung von Korruption und Kriminalität verpflichten.

Mit der Zeremonie wurde die vor Jahrzehnten begonnene staatliche Neugliederung des einstigen Kolonialgebietes der Niederlande in der Karibik vor der Küste Venezuelas abgeschlossen. Als erste der Inseln hatte 1986 Aruba (72.000 Einwohner) den "Status Aparte" und damit weitgehende Selbstständigkeit innerhalb des niederländischen Königreichs erhalten. Den drei kleineren Antilleninseln Bonaire (11.000 Einwohner), Sint Eustatius (2600) und Saba (1500) wurde 2008 wunschgemäß der Status von normalen Gemeinden innerhalb des niederländischen Staates zuerkannt.

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Quelle: n-tv.de