Politik

Atommüll-Lager von allen bezahlt Arbeiten an der Asse beginnen

Die Bundesbürger werden für die Sanierung des maroden Atommüll-Lagers Asse in Niedersachsen zur Kasse gebeten. Das stellt das Bundesfinanzministerium klar. Derweil beginnen die Arbeiten vor Ort, um mittelfristig die teilweise beschädigten Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall zu bergen.

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Fässer mit radioaktivem Müll wurden teilweise lediglich in leere Kammern gekippt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Vorarbeiten für die geplante Räumung des maroden Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel haben begonnen. Als erstes werden die notwendigen technischen Geräte in einem ungefährlicheren Bereich der einsturzgefährdeten Schachtanlage erprobt. Das sei notwendig, weil es bislang keinerlei Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten gebe, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz mit.

Wenn dann alle Genehmigungen vorliegen, soll noch in diesem Jahr die erste Kammer mit Atommüll angebohrt werden. Experten wollen durch die Probebohrungen zunächst feststellen, in welchem Zustand die Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfall sind. Etliche Behälter sollen stark beschädigt sein.

In das Atommülllager Asse dringt von außen seit Jahren Wasser ein. Deswegen soll der dort gelagerte Abfall zurückgeholt werden. Unklar ist noch, wohin der Müll auf Dauer kommen soll.

Sanierung bezahlt der Bund

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In der Schachtanlage in Remlingen.

(Foto: dpa)

Unterdessen hat das Finanzministerium klargestellt, dass der Bund die Sanierung von Asse bezahlen wird. Zwar seien die Gesamtkosten für die Sanierung der Schachtanlage derzeit noch nicht abzuschätzen, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Die Kosten für den Weiterbetrieb und die Stilllegung würden aber vom Bund getragen. Da die Erträge aus der Brennelementesteuer in den Gesamthaushalt flössen, trügen sie insoweit auch dazu bei, die aus der Sanierung der Schachtanlage entstehende Haushaltsbelastung des Bundes zu finanzieren, sagte ein Ministeriumssprecher.

Damit reagierte das Finanzministerium auf die Forderung des Landes Niedersachsen, sich zu der Übernahme der Kosten zu bekennen. Die schwarz-gelbe Koalition hatte am Sonntag bei der Einigung über die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke noch offengelassen, wie die Sanierung von Asse finanziert werden soll. Auf eine Übernahme der Kosten hatte vor allem der Fraktionsvorsitzende der Niedersachsen-CDU, Björn Thümler, gepocht.

Entscheidung für Gorleben noch offen

Thümler kritisierte zugleich, dass vor allem Unions-Politiker aus dem Süden den Eindruck erweckten, mit dem Atomkompromiss sei auch die Entscheidung gefallen, dass Gorleben Endlager für stark radioaktiven Atommüll werde. Ausdrücklich forderte Thümler Erkundungen auch in anderen Bundesländern. "Wir verlieren nur Zeit bei der Frage der Endlager, wenn wir nicht schauen, ob auch Ton oder Granit geeignet sind." Niedersachsen werde "alle Mittel" für eine ergebnisoffene Erkundung einsetzen - die eben auch damit enden könne, dass sich der Standort Gorleben mit seinem Salzstock nicht zur Endlagerung eigne.

Quelle: n-tv.de, ppo/rts

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