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Iranerin droht Steinigung Aschtiani kommt offenbar frei

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Aschtiani während eines Fernsehinterviews am 5. Dezember.

(Foto: AP)

Die zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ist nach Angaben des Komitees gegen die Steinigung frei. Die in Deutschland lebende Sprecherin der Organisation, Mina Ahadi, sagte der Nachrichtenagentur AFP in Berlin, sie habe Informationen, wonach Aschtiani, ihr Sohn und ihr Anwalt auf freiem Fuß seien. Am Abend solle es im Iran einen entsprechenden Fernsehbericht geben. "Wir haben aus dem Iran die Information erhalten, dass sie frei sind", sagte Ahadi. Eine offizielle Bestätigung gibt es aber noch nicht.

Aschtiani war wegen der angeblichen Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann und wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Das Urteil hatte weltweit für Empörung gesorgt. Der Iran setzte ihre Hinrichtung daraufhin im Juli zunächst aus. Anfang November hatten Menschenrechtsorganisationen dann die Befürchtung geäußert, dass die Hinrichtung Aschtianis möglicherweise bevorstehe.

Hoffnung für Reporter

Aschtiani war nach iranischen Angaben im Jahr 2006 in zwei verschiedenen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt worden. Im ersten Fall wurde sie wegen angeblicher Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann zum Tod durch den Strang verurteilt. Ein Berufungsgericht wandelte das Urteil 2007 in eine zehnjährige Haftstrafe um. Im zweiten Fall wurde sie wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt.

Die Freilassung lässt zudem auch für zwei Deutsche hoffen: Ein Reporter und ein Fotograf der "Bild am Sonntag" waren am 10. Oktober verhaftet worden, weil sie versucht hatten, den Sohn und den Anwalt von Aschtiani zu interviewen. Sie sollten wegen Spionage angeklagt werden. Der Vorwurf wurde inzwischen fallen gelassen. Sie sitzen aber noch in Haft.

Quelle: n-tv.de, AFP

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