Politik

Iran flirtet mit syrischer Opposition Assad bald allein zu Hause

Es sieht nicht gut aus für Syriens Präsident Assad. Ausgerechnet einer der engsten Verbündeten seines Regimes, der Iran, liebäugelt nun mit der Opposition. Nur noch die Hisbollah im Libanon stehen "brüderlich" zu Syrien. Hunderte syrische Soldaten filzen indes in der Stadt Hama die Häuser auf der Suche nach Oppositionellen.

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Assad hat nicht mehr so viele Verbündete.

(Foto: REUTERS)

Die syrische Führung verliert immer mehr Unterstützung. Wie der Nachrichtensender Al-Arabija berichtet, trafen iranische Diplomaten kürzlich in Paris syrische Oppositionelle. Der Iran war bisher der engste Verbündete des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

In der vergangenen Woche hatte Teheran erstmals erklärt, die syrische Regierung müsse die legitimen Forderungen des Volkes anerkennen. Die Führung in Damaskus bezeichnet die Anhänger der Bewegung, die seit fünf Monaten für den Sturz des Regimes demonstriert, wahlweise als "Terroristen" oder "kriminelle Banden".

Inzwischen steht lediglich die von der schiitischen Hisbollah-Bewegung dominierte libanesische Regierung noch fest zu Assad. Außenminister Adnan Mansur sagte dem Radiosender Al-Nur, seine Regierung lehne die Syrien-Erklärung der Arabischen Liga von vergangener Woche ab. Die Liga-Staaten hatten darin ein Ende des Blutvergießens in Syrien gefordert. Mansur erklärte: "Der Libanon steht brüderlich zu Syrien."

Schüsse in Hama

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Menschen in Douma halten Bilder von Demonstranten hoch, die während der Proteste ums Leben gekommen sind.

(Foto: AP)

Hunderte syrische Soldaten durchsuchten indes Anwohnern zufolge Häuser in der Stadt Hama nach Oppositionellen. Es seien Schüsse zu hören, sagte ein Aktivist vor Ort. Zahlreiche Panzer sowie kleine und große Busse hätten am östlichen Zugang der Stadt geparkt, in der das Militär 1982 ein Masaker verübte und in der es zu den größten Demonstrationen gegen Präsident Baschar al-Assad kam. Die Soldaten seien zu Fuß in zwei Viertel eingerückt. Auch nördlich von Hama seien Regierungssoldaten aufgezogen. Hama liegt rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Damaskus.

Unterdessen schockiert ein von arabischen Medien veröffentlichtes Video die Sympathisanten der syrischen Opposition. Die Aufnahme zeigt ein totes Kind. Den Angaben zufolge war der etwa zwölf Jahre alte Junge von den Sicherheitskräften auf getötet worden. Unabhängige Informationen zur Todesursache und zur Identität des Kindes lagen nicht vor. Nach Angaben von Aktivisten wurden seit Dienstag vier Zivilisten von den Regierungstruppen getötet und Dutzende festgenommen.

USA frieren Gelder ein

Die USA verschärften inzwischen ihre Sanktionen gegen Syrien. Die US-Regierung fror das Vermögen von Syriens Außenminister Walid al-Mualem, der Sprecherin von Präsident Baschar al-Assad, Buthaina Schaaban, und des syrischen Botschafters im Libanon, Ali Abdul Karim Ali, ein. Zudem verbot das US-Finanzministerium US-Bürgern Geschäfte mit ihnen. Sie zählten zu den Verfechtern des Regimes, hieß es zur Begründung. Mit den Sanktionen erhöhen die USA den Druck auf Präsident Assad, der auf die Forderung von Demonstranten nach seinem Abgang mit Härte reagiert.          

Einen amtierenden Außenminister mit Sanktionen zu belegen ist ungewöhnlich. Mualem sei für die Gewalt in Syrien mit verantwortlich, hieß es in US-Regierungskreisen zur Begründung.       

Ermutigt durch den Erfolg in Libyen erhöhten die Regierungsgegner in Syrien die Taktfrequenz ihrer Proteste zuletzt. Am Dienstag strömten Demonstranten im Anschluss an die Gebete zum Ende des Fastenmonats Ramadan auf die Straße. Seit Beginn der Demonstrationen im März wurden nach Berichten von Menschenrechtlern mindestens 3100 Zivilisten durch Soldaten oder Assad-treue Milizen getötet. Die Regierung hat ausländische Journalisten des Landes verwiesen, was eine Überprüfung der Angaben erschwert.    

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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