Politik

Wer setzte die Chemiewaffen ein? Assad beschuldigt Rebellen

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(Foto: REUTERS)

In Syrien lagern hunderte Tonnen chemischer Kampfstoffe. Auch Trägersysteme sind vorhanden. Bisher war die Angst groß, dass Präsident Assad die Waffen gegen die Bevölkerung einsetzen könnte. Nun beklagt sein Regime, dass es selbst Ziel eines Angriffs wurde.

Die syrische Regierung hat den Rebellen vorgeworfen, eine Chemiewaffe eingesetzt zu haben. "Die Terroristen haben eine Rakete, die chemische Produkte enthielt, auf die Region Chan al-Assal in der Provinz Aleppo abgefeuert", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana. Bei dem Angriff seien 15 Menschen getötet worden, die meisten davon Zivilisten. Es ist das erste Mal, dass die Regierung in Damaskus den Aufständischen den Einsatz von Chemiewaffen vorwirft. Angaben aus Syrien können allerdings kaum überprüft werden, weil der Zugang von unabhängigen Journalisten eingeschränkt ist.

Die Rebellen in Syrien haben Vorwürfe der Regierung zurückgewiesen, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Sie machten ihrerseits die Armee dafür verantwortlich. "Wir glauben, dass sie eine 'Scud' mit chemischen Stoffen abgefeuert haben", sagte Kassim Saadeddine, ein hochrangiger Aufständischer und Sprecher des Hohen Militärrates in Aleppo. "Die Rebellen stecken nicht hinter dem Angriff."

Syrien besitzt nach Einschätzung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) mehr als 1000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, darunter Sarin, Senfgas und das Nervengas VX sowie die entsprechenden Trägersysteme. Es besteht seit längerem die Befürchtung, die Regierung von Präsident Baschar al-Assad könne diese Waffen im syrischen Bürgerkrieg einsetzen, oder die Waffen könnten in die Hände von Rebellen fallen.

Bisher hieß es vom Regime Assad, die Waffen seien gesichert. Zudem schloss er aus, dass er sie gegen das eigene Volk richten würde. Nur, wenn ausländische Truppen sich in den Konflikt einmischten, würde er zu den Kampfstoffen greifen.

Quelle: n-tv.de, ieh/rts/AFP

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