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Wo steckt der Whistleblower? Assange: Snowden ist in Sicherheit

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Die Botschaft Ecuadors in Moskau. Auch hier könnte Snowden gelandet sein - oder sich auf dem Weg direkt in das Land befinden.

(Foto: REUTERS)

Das Katz-und-Maus-Spiel um den früheren US-Geheimdienstler Snowden wird immer abenteuerlicher. Laut Wikileaks-Mitbegründer Assange, soll Snowden "gesund, bei guter Laune und in Sicherheit" sein. Über den Verbleib des 30-Jährigen verrät Assange nichts.

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Snowden narrt die US-Behörden.

(Foto: AP)

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ist nach Angaben des Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange "gesund und in Sicherheit". Das sagte Assange bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten, ohne sich jedoch zum Verbleib des 30-Jährigen zu äußern. Laut "Guardian" sagte er, er wisse, wo Snowden sich aufhalte und dass er "guter Laune" sei. "Zum aktuellen Status von Herrn Snowden und Frau Harrison: Beide sind gesund und sicher und stehen im Kontakt mit ihren Rechtsberatern." Wegen der "kriegerischen Drohungen" der USA gegen Snowden könne er keine weiteren Informationen herausgeben, so Assange. Sarah Harrison ist eine Mitarbeiterin von Wikileaks. Sie hatte Snowden bei seiner Ausreise aus Hongkong begleitet.

Assange sagte weiter, Wikileaks-Mitarbeiter würden Snowden beraten und ihm bei seinem Asylantrag helfen. Snowden könne auch in anderen Ländern als Ecuador um Asyl gebeten haben, so Assange. Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson sagte, er habe in Vertretung für Snowden eine förmliche Anfrage an die Regierung Islands gerichtet.

Ein Journalist fragte Assange in der Telefonschalte, ob Snowden die geheimen Dokumente, die er dem "Guardian" gezeigt hatte, auch Wikileaks überlassen habe. "Das ist eine Frage der Beschaffung, zu der ich grundsätzlich nichts sagen kann", antwortete Assange Generell sei Wikileaks jedoch "im Geschäft, Dokumente zu veröffentlichen, die von Regierungen zurückgehalten werden".

Snowden sei kein Verräter, betonte Assange. "Er ist kein Spion. Er ist ein Whistleblower, der der Öffentlichkeit eine wichtige Wahrheit gesagt hat." Assange fügte hinzu, die Regierung von US-Präsident Barack Obama habe "kein Mandat bekommen, die ganze Welt auszuspionieren oder die US-Verfassung und Gesetze anderer Staaten zu brechen". Obama habe sich mit "einer ganzen Generation" angelegt, so Assange weiter, "eine junge Generation von Menschen, die den massenhaften Einbruch in die Privatsphäre nicht hinnehmen. Indem die Obama-Regierung sich mit einer ganzen Generation angelegt hat, kann sie nur verlieren."

Snowden noch in Russland?

Unterdessen zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax informierte Kreise mit den Worten, Russland werde ein Gesuch der USA zur Auslieferung Snowdens prüfen, allerdings habe dieser die russische Grenze noch nicht offiziell überquert. In einem am Mittag gestarteten Flugzeug nach Kuba saß der 30-Jährige demnach nicht. Das war zuvor stundenlang gemutmaßt worden.

Andere Quellen hatten berichtet, "Edward Snowden hat Russland wahrscheinlich bereits verlassen, er könnte an Bord eines anderen Flugzeugs losgeflogen sein", zitierte Interfax. "Es ist wenig wahrscheinlich, dass Journalisten Zeugen seines Abflugs wurden", hieß es seitens der nichtstaatlichen Agentur weiter.

Zuvor war eine Maschine von Moskau nach Kuba nur einem Pulk von Journalisten gestartet, die gehofft hatten Snowden werde mit von der Partie sein. Nach dem Start meldeten sie übereinstimmend, Snowden sei nicht zu sehen. Auch Interfax meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Snowden sei nicht an Bord. Ein Korrespondent des russischen Staatsfernsehens RT schrieb auf Twitter, das Flugzeug sei ohne Snowden in Richtung Startbahn gerollt. "Ich fühle mich nun etwas besser, dass ich es nicht in den Flieger geschafft habe", twitterte der Korrespondent des "Independent", Shaun Walker. "Aber wo ist er?"

"Der 30-Jährige, den die USA wegen Geheimnisverrats fassen wollen, hielt sich angeblich zuletzt im Transitbereich des größten Moskauer Flughafens auf. Er hat einen Asylantrag in Ecuador gestellt, wie die Regierung des südamerikanischen Landes mitgeteilt hatte.

Nach Moskau war Snowden aus Hongkong gekommen. Dorthin war der "Whistleblower" gereist, als er umfangreiche Abhöraktionen der Geheimdienste der USA und Großbritanniens öffentlich gemacht hatte.

US-Regierung ist verärgert

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(Foto: AP)

Die Flucht des früheren Geheimdienstlers Edward Snowden sorgt für eine diplomatische Eiszeit zwischen den USA und Russland. Die US-Regierung hatte Russland aufgefordert, ihn umgehend auszuliefern, falls er sich auf russischem Boden befinde. Aber die russische Regierung denkt gar nicht daran einzugreifen und gibt sich ahnungslos.

US-Außenminister John Kerry sagte an China und Russland gerichtet, es wäre "zutiefst beunruhigend", wenn die Länder von den Reiseplänen Snowdens gewusst und wissentlich gegen gesetzliche Standards verstoßen hätten. "Ohne Frage gäbe es Auswirkungen auf die Beziehungen und Konsequenzen", warnte er.

Der Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung, Wladimir Lukin, sagte der Nachrichtenagentur Interfax: "Die Amerikaner können nichts fordern. Wir können ihn übergeben - oder wir können ihn nicht übergeben." Ein nicht namentlich genannter Beamter sagte der Agentur Ria Novosti: "Snowden hat in Russland nichts Illegales getan. Es gibt auch keine Anordnung von Interpol an die russischen Strafverfolger, ihn festzunehmen."

USA machen auch Druck auf Ecuador

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(Foto: dpa)

Über Snowdens Aufenthaltsort gab es immer wieder widersprüchliche Aussagen. Die Enthüllungsplattform Wikileaks, die Snowden nach eigenen Angaben auf der Flucht unterstützt, teilte mit, dass sich Snowden bereits "auf einer sicheren Route" auf dem Weg nach Ecuador befinde und von Diplomaten und Rechtsberatern von Wikileaks begleitet werde. Ab dies ein Ablenkungsmanöver war, ist zur Stunde unklar.

Hongkongs Behörden hatten Snowden trotz eines dringlichen Antrags der USA auf Festnahme wegen Geheimnisverrats ausreisen lassen. Washington forderte Ecuador, Kuba und auch Venezuela auf, Snowden kein Asyl zu gewähren, wie der TV-Sender CNN unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten berichtete. Zudem haben die USA nach CNN-Informationen den Pass des 30-Jährigen annulliert.

China wünscht Snowden "viel Glück"

Ecuador gewährt auch Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl, der diplomatische Geheimdokumente etwa über die Rolle der USA in den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht hatte. Assange sitzt seit über einem Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Auch er fürchtet die Auslieferung in die USA.

Von Hongkong aus hatte der frühere Mitarbeiter einer für den Geheimdienst NSA tätigen IT-Firma erstmals vor zwei Wochen massive Spionage der USA im Internet enthüllt und damit weltweit Empörung über die Geheimdienst-Praktiken ausgelöst. Vor seiner Abreise aus Hongkong legte er außerdem noch Dokumente über ein britisches Überwachungsprogramm im Internet sowie die Datenspionage von US-Diensten in China offen.

China reagierte "tief besorgt". Die Sprecherin des Außenministeriums in Peking sagte, das zeige erneut, "dass China das Opfer von Cyberattacken ist". Die Regierung protestierte in Washington. Nach der Flucht des 30-Jährigen nach Moskau schrieb die "Global Times": "Die ganze Welt profitiert von den Enthüllungen Snowdens." Er habe die Vorherrschaftspolitik der USA offengelegt. China müsse seine Datennetze besser dagegen schützen. "Wir wünschen Snowden viel Glück in dieser schwierigen Zeit."

Quelle: n-tv.de, ppo/jtw/jga/dpa/AFP

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