Politik

Saudi-Arabien gastfreundlich Asyl für Taliban-Chef

Der saudische König Abdullah hat einem Medienbericht zufolge dem Taliban-Führer Mullah Omar in seinem Land politisches Asyl angeboten. Die Offerte sei auf Vermittlung und Drängen des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und des scheidenden US-Präsidenten George W. Bush erfolgt, heißt es im Magazin "Spiegel". Das Blatt beruft sich auf Informationen aus Regierungskreisen in Kabul.

Karsai hoffe nun, dass Bewegung in den angestrebten Versöhnungsprozess kommt. Der afghanische Präsident versprach Omar freies Geleit, falls der nach Afghanistan zurückkehren wolle.

NATO-Soldaten in Grenzgebiete

Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta begrüßte indes den Einsatz zusätzlicher NATO-Soldaten in seinem Land und forderte ihre Entsendung in die Unruhegebiete entlang der Grenze zu Pakistan. "Wir wollen, dass die internationale Gemeinschaft zusätzliche Truppen schickt, aber sie sollten in die Gebiete geschickt werden, die unter der Kontrolle der Taliban stehen, also in die Grenzgebietete", sagte Spanta in der Hauptstadt Kabul. Ansonsten würde die afghanische Regierung einer weiteren Entsendung ausländischer Truppen nicht zustimmen.

Dass Teile des Landes trotz der Präsenz von 70 000 ausländischen Truppen von den radikalislamischen Taliban und anderen oppositionellen Gruppen kontrolliert würden sei "nicht akzeptabel", sagte der afghanische Minister weiter. Die 2001 gestürzten Taliban sind im Süden und Osten des Landes aktiv und arbeiten sich zunehmend auch in andere Landesteile vor. Sollte die NATO keine weiteren Soldaten schicken, würde Afghanistan die von den Taliban beherrschten Gebiete mit Hilfe von "Stammeskriegern" und einheimischen "Selbstverteidigungskräften" zurückerobern, warnte Spanta auf einer Pressekonferenz mit dem dänischen Außenminister Per Stig Mller.

Mller bekräftigte das dänische Engagement in Afghanistan: "Wir werden diesen Krieg gemeinsam gewinnen", sagte der Außenminister Kopenhagens. Dänemark hat 700 Soldaten in Afghanistan stationiert. Sie sind Teil der rund 50 000 Mann starken, von der NATO geführten Internationalen Schutztruppe.

Franzose getötet

Ein französischer Soldat kam am Samstag in Afghanistan bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben. Ein weiterer wurde schwer verletzt, wie der französische Präsident Nicolas Sarkozy in Paris mitteilen ließ. Ob es sich um einen gezielten Anschlag handelte, war zunächst unklar. Die beiden Männer waren auf einer Patrouille unterwegs, als der Sprengsatz explodierte.

In der Provinz Chost im Südosten des Landes starb ein Zivilist, nachdem ausländische Soldaten das Feuer auf sein Fahrzeug eröffneten. Der Mann habe mit seinem Wagen nicht wie aufgefordert an einem Kontrollpunkt angehalten, teilte US-Militär mit. Ein Sprecher sprach das Bedauern des US-Militärs aus. In der Provinz Parwan im Norden des Landes starben sechs Zivilisten, als Unbekannte bei einer Hochzeitsfeier Handgranaten detonierten. Bei Operationen von Regierungssoldaten und Koalitionstruppen wurden nach offiziellen Angaben in verschiedenen Landesteilen insgesamt 14 Aufständische getötet.

Quelle: ntv.de