Politik

Überlebende sollen aussagen Auge in Auge mit Breivik

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Breivik (r.) wird am 06. Februar in Oslo in einen Gerichtssaal geführt.

(Foto: dpa)

Sie müssen ihrem Peiniger in die Augen schauen: Die Überlebenden von Utøya werden gegen den Massenmörder Breivik aussagen. Norwegens Geheimdienst sagt indessen, die Tat sei nicht zu verhindern gewesen.

Mehrere Dutzend Überlebende des Massakers auf der norwegischen Insel Utøya werden vor Gericht gegen den Attentäter Anders Behring Breivik aussagen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werden insgesamt 46 Zeugen vom Amoklauf berichten, 33 von ihnen erlitten auf Utøya Schusswunden und andere Verletzungen. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft 98 Zeugen geladen. Breivik muss sich vom 16. April an wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes vor Gericht verantworten.

Bei Anhörungen im Februar hatte er sich nicht schuldig bekannt und erklärt, er habe aus Selbstverteidigung gehandelt. Der Islamhasser Breivik hatte ausgesagt, er habe die Regierung für ihre Einwanderungspolitik bestrafen wollen.

Breivik profitiert von Fehlern

Der norwegische Geheimdienst teilte in Oslo mit, es habe keine konkreten Hinweise auf die Pläne des Attentäters gegeben. Breivik habe zwar in Polen Chemikalien zum Sprengstoffbau gekauft. Dies sei bekannt gewesen. Die Menge sei aber für eine routinemäßige Nachverfolgung zu gering gewesen. "Unsere Hauptaufgabe bestand darin, Terrorismus in Norwegen zu verhindern. Wir haben uns bemüht, ihn zu verhindern, aber am 22. Juli ist uns das nicht gelungen", sagte Roger Berg, Leiter des Geheimdienstes.

Bereits am Vortag hatte Norwegens Polizeichef Fehler beim Einsatz gegen Breivik eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. Nach internen Ermittlungen hätten die Einsatzkräfte "theoretisch" 16 Minuten früher die Insel Utøya erreichen können, wenn sofort ein Boot verfügbar gewesen wäre. Auch habe es Kommunikationsprobleme gegeben.

Weiteres Gutachten wird erstellt

Breivik soll in der ersten Woche des Verfahrens seine Taten erklären. Die Schlussplädoyers werden dann am 22. Juni erwartet. Zuvor müssen aber Experten zum Geisteszustand des Attentäters gehört werden. Ein erstes psychiatrisches Gutachten hatte den Täter für unzurechnungsfähig erklärt. Nun wird er ein zweites Mal untersucht.

Am 22. Juli 2011 waren insgesamt 77 Menschen getötet worden, als Breivik erst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel zündete und wenig später 69 Teilnehmer eines Ferienlagers auf Utøya erschoss. Er gestand die Taten später.

Quelle: n-tv.de, dpa

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