Politik

Bundesfreiwilligendienst startet Aus Zivis werden "Bufdis"

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Kristina Schröder beim Start der Kampagne in ihrem Ministerium.

Mit einer Kampagne wirbt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder intensiv für den neuen Bundesfreiwilligendienst. Die Arbeit der Zivildienstleistenden werden sie zwar nicht eins zu eins ersetzen können, einen wichtigen Beitrag sollen die "Bufdis" trotzdem leisten.

Familienministerin Kristina Schröder will schon kommendes Jahr 35.000 Freiwillige als Ersatz für den Wegfall des Zivildienstes gewinnen. Aktuell hätten bereits 14.300 Zivis erklärt, dass sie sich über das Ende der Wehrpflicht am 1. Juli hinaus engagieren wollten, sagte die CDU-Politikerin beim Startschuss für den neuen Bundesfreiwilligendienst. Das Engagement der Freiwilligen werde allerdings die Arbeit der Zivis nicht vollständig ersetzen können, räumte sie ein. Dies sei von Anfang an klar gewesen.

Im vergangenen Jahr absolvierten nach den Worten der Ministerin 90.000 junge Menschen den sechsmonatigen Zivildienst. Der Freiwilligendienst, für den Schröder 35.000 Teilnehmer anstrebt, soll in der Regel ein Jahr dauern. Wo Stellen nicht besetzt werden, müsse in jedem Einzelfall überlegt werden, ob man darauf verzichte, sich stärker um Freiwillige bemühe oder sie anderweitig fülle, so die Ministerin. Grundsätzlich gelte aber, dass die Versorgung älterer Menschen in Pflegeheimen nicht gefährdet sei.

Offen für alle Altersklassen

Der Zivildienst sei schon immer arbeitsmarktneutral gewesen, das heißt, alle überlebenswichtigen Stellen hätten seit jeher mit festem Personal besetzt werden müssen. "Es werden keine Stellen betroffen sein, die überlebensnotwendig sind", betonte Schröder. Wie viele Menschen sich tatsächlich für den Bundesfreiwilligendienst melden würden, sei noch unklar, weil nun erst die Einzelverträge mit den Freiwilligen unterzeichnet werden könnten. Immerhin brachte die Ministerin schon eine neue Abkürzung ins Gespräch, da das Kürzel Zivi mit dem 1. Juli seine Bedeutung verliert: "Bufdis" könnten die Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes künftig heißen.

Anders als der Zivildienst steht der neue Freiwilligendienst allen offen: Alte und Junge, Männer und Frauen können sich um eine Stelle bewerben. Sie müssen dann für sechs bis 24 Monate mindestens 20 Stunden pro Woche arbeiten und erhalten im Monat eine Vergütung von höchstens 330 Euro. Die Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlt die Einsatzstelle. Der Zivildienst fällt weg, weil er an den Wehrdienst gekoppelt ist, der offiziell zum 1. Juli ausgesetzt wird. Weiterhin bestehen bleiben das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) sowie das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).

Quelle: n-tv.de, rts/AFP

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