Politik

Ausländer im Jemen BKA befürchtet gezielte Tötungen

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Nach einem Selbstmordanschlag auf das jemenitische Verteidigungsministerium forderte das Auswärtige Amt am Donnerstag dazu auf, alle deutschen Helfer aus dem Jemen abzuziehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Mord an einem Bundespolizisten reisen Ermittler des BKA in die jemenitische Hauptstadt Sanaa. Nach "Spiegel-Informationen kehren sie mit einem bestimmten Ergebnis zurück: Ausländische Diplomaten werden im Jemen gezielt gejagt. Dahinter steckt Al-Kaida.

Das Bundeskriminalamt (BKA) befürchtet im Jemen nach Informationen des "Spiegel" eine gezielte Jagd des Terrornetzwerks Al-Kaida auf Ausländer. Hintergrund sind dem Nachrichtenmagazin zufolge der Mord an einem Bundespolizisten in der Hauptstadt Sanaa im Oktober sowie weitere Anschläge und Entführungsversuche gegen ausländische Diplomaten in dem Land. Eine BKA-Sprecherin bestätigt lediglich, dass mehrere Ermittler des BKA nach Sanaa reisten, inzwischen aber nach Deutschland zurückgekehrt seien.

Der 39-jährige Bundespolizist und Leibwächter der deutschen Botschafterin im Jemen war am 6. Oktober in Sanaa getötet worden. Die BKA-Fahnder gehen nach dem "Spiegel"-Bericht inzwischen davon aus, dass er sich seiner Entführung durch Flucht entziehen wollte. Die beim Angriff benutzte Waffe sei vermutlich auch beim Anschlag auf zwei weißrussische Militärexperten eingesetzt worden.

Bei einem Selbstmordanschlag auf das jemenitische Verteidigungsministerium waren am Donnerstag mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zwei Entwicklungshelfer aus Deutschland. Das Auswärtige Amt hatte daraufhin angeordnet, alle deutschen Helfer aus dem Land abzuziehen. Eine Rückholung der im Jemen stationierten Bundespolizisten lehnt das Amt laut "Spiegel" bislang ab. Die Bundespolizei ist seit einiger Zeit für den Schutz von deutschen Auslandsvertretungen zuständig.

Quelle: ntv.de, asc/dpa