Politik

Polizistinnen-Mord von Heilbronn BKA schließt Beziehungstat aus

322g2357.jpg7114270620490403935.jpg

Das Zwickauer Neonazi-Trio ermordete eine Polizistin in Heilbronn.

(Foto: dpa)

Neue Erkenntnisse zur Zwickauer-Terrorzelle: Das Bundeskriminalamt schließt aus, dass die erschossene Polizistin Michèle Kiesewetter das Neonazi-Trio kannte. Die Behörde glaubt vielmehr, dass die Täter an die Pistole der Beamtin gelangen wollten.

Das Bundeskriminalamt schließt laut einem Zeitungsbericht entgegen früherer Angaben beim Heilbronner Polizistinnen-Mord 2007 eine Beziehungstat aus. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Zwickauer Neonazis die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen, um an deren Dienstwaffe zu gelangen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe.

Die Pistole der Polizistin und ihres schwer verletzten Kollegen war im November in dem ausgebrannten Wohnwagen in Eisenach gefunden worden, in dem die mutmaßlichen Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt starben. Der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, hatte zwischenzeitlich mit der Behauptung für Verwirrung gesorgt, es habe sich bei dem Mord in Heilbronn um eine Beziehungstat gehandelt. Die Aussage wurde später vom BKA korrigiert.

Mundlos und Böhnhardt bildeten nach Erkenntnissen der Ermittler gemeinsam mit der inzwischen inhaftierten Beate Zschäpe eine rechtsextreme Terror-Zelle. Das Trio soll für zehn Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft und an der Polizistin verantwortlich sein.

Quelle: ntv.de, dpa