Politik

Neues ZDF-Politbarometer Baerbocks Beliebtheit sackt ab

Im neuen Politbarometer verblasst der Glanz der Grünen-Kanzlerkandidatin etwas: Baerbocks Beliebtheitswert nimmt deutlich ab. Im direkten Kanzlervergleich liegt sie hinter ihren Kontrahenten. Ihre Partei steht aber weiter hoch im Kurs.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat laut ZDF-"Politbarometer" in kurzer Zeit deutlich an Zustimmung eingebüßt. In der neuen Umfrage sackte ihr Beliebtheitswert im Vergleich zur vorherigen Befragung ab: Während sie vor zwei Wochen auf einer Skala von minus 5 bis 5 auf einen Wert von 1,0 kam, lag sie nun nur noch bei 0,5. Auf Platz eins liegt weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 2,1.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen mit 1,8 und Bayerns Regierungschef Markus Söder von der CSU mit 1,2. Auf Platz vier liegt der Ko-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, mit 1,0, knapp gefolgt von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mit einem Wert von 0,9.

Baerbock landet mit dem für sie bisher schlechtesten Wert im Politbarometer auf Rang sechs. Hinter ihr liegen Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU mit einem Wert von 0,3 und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet mit 0,2. Auf den beiden letzten Plätzen finden sich jeweils mit 0,1 FDP-Chef Christian Lindner und die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Diese Woche hatte die Grünen-Chefin Kritik einstecken müssen, weil sie dem Bundestag ihre Nebeneinkünfte erst verspätet gemeldet hatte. Baerbock selbst bezeichnete das als "blödes Versäumnis".

Scholz im Kanzlervergleich vorn

Bei der Frage, wen die Wählerinnen und Wähler lieber als Kanzlerin oder Kanzler hätten, zeigt sich kein eindeutiges Bild. Die Meinungsforscher fragten jeweils nach der Präferenz zwischen zwei Kandidaten. Unions-Kanzlerkandidat Laschet kommt dabei im direkten Vergleich mit Baerbock auf 46 Prozent und liegt damit vor der Grünen-Vorsitzenden mit 42 Prozent. SPD-Kanzlerkandidat Scholz wiederum liegt mit 45 Prozent vor Laschet mit 41 Prozent. Der Finanzminister landet mit 48 Prozent auch vor Baerbock, die in diesem Vergleich auf 41 Prozent kommt.

Ungeachtet der gesunkenen Sympathiewerte Baerbocks liegen die Grünen weiter vor der Union. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, lägen die Grünen mit 25 Prozent knapp vor CDU/CSU mit 24 Prozent. Die SPD könnte mit 14 Prozent rechnen, die AfD und die FDP jeweils mit 11 Prozent, die Linke mit 7 Prozent. Damit hätte sowohl eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen als auch eine Koalition aus Grünen, SPD und FDP eine Mehrheit. Für ein grün-rot-rotes Bündnis würde es dagegen knapp nicht reichen.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer von Dienstag bis Donnerstag 1229 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt den Angaben zufolge bei einem Wert von 40 Prozent rund drei Prozentpunkte, bei zehn Prozent rund zwei Punkte.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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