Politik

Steuersünderdatei "Offshore-Leaks" Behörden erhalten die Daten nicht

Die Medien, die gestern über Daten von 130.000 Steuersündern berichteten, wollen ihre Roh-Informationen nicht an das Finanzministerium weitergeben. Der Grund: Sie wollen ihre Quelle schützen. Außerdem habe die Regierung genug Informationen, um wirksam gegen Steuerbetrug vorzugehen.

Die deutschen Steuerbehörden können sich keine Hoffnungen mach en, von deutschen Medien die Unterlagen zur weltweiten Steuerhinterziehung zu erhalten. Die "Süddeutsche Zeitung" und der Norddeutsche Rundfunk lehnten auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP die Bitte des Bundesfinanzministeriums ab, die betreffenden Unterlagen herauszugeben.

"Das Redaktionsgeheimnis ist die Grundlage für solche Recherchen", sagte der Innenpolitik-Chef der "Süddeutschen Zeitung", Heribert Prantl. Die zuständigen Behörden hätten genügend eigene Möglichkeiten zur Ermittlung von Steuersündern. Auch ein Sprecher des Norddeutschen Rundfunks sagte, es würden grundsätzlich keine Rechercheergebnisse weitergegeben. Zudem befänden sich die Daten in der Obhut des Internationalen Netzwerk für Investigativen Journalismus (ICIJ) in den USA, dem die Daten anonym zugespielt worden waren.

Zuvor hatte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus, die Medien zur Weitergabe der Unterlagen aufgefordert. Es sei gut, dass solche Informationen veröffentlicht werden. Es komme aber darauf an, dass entsprechende Konsequenzen gezogen würden. Deshalb rufe der dazu auf, die Unterlagen an die zuständigen Behörden zu übermitteln.

Die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und ausländische Medien hatten am Donnerstag über einen riesigen Datensatz berichtet, der 130.000 mutmaßliche Steuersünder aus mehr als 170 Ländern enttarnt. Sie sollen geheime Geschäfte mit Offshore-Firmen in einschlägigen Steueroasen gemacht haben. Unter ihnen sollen auch hunderte Deutsche sein, darunter der verstorbene Industriellenerbe Gunter Sachs.

Quelle: n-tv.de, AFP

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