Politik

Große Schäden nach Hausräumung Berliner Polizei zieht Bilanz

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Polizisten bewachen eine Sparkasse im Schanzenviertel.

(Foto: Fabian Bimmer)

Hamburgs linke Szene trifft sich zu einer nächtlichen Spontan-Demo. Grund für die Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei im Schanzenviertel ist die gewaltsame Räumung eines besetzten Hauses in Berlin. Auch dort gehen die Randale nach der Räumung der Liebigstraße 14 noch stundenlang weiter.

Die Räumung des besetzten Hauses in der Liebigstraße 14 im Berliner Stadtteil  Friedrichshain hat bis in die Nacht nachgewirkt. Mitglieder der linken Szene randalierten nach einem Protestmarsch noch Stunden weiter. Erst nach Mitternacht sei es ruhiger geworden, sagte ein Polizeisprecher. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch zog Bilanz: 61 leicht verletzte Polizisten, 82 Festgenommene und "politisch motivierter Vandalismus. 22 der mutmaßlichen Randalierer sollen dem Haftrichter vorgeführt werden.

"Die Gruppen zogen in blinder Zerstörungswut durch Friedrichshain", sagte Glietsch. In Gruppen von 20 bis 200 Menschen seien die Randalierer in Berlin bis in die Morgenstunden durch die Straßen gelaufen. Sie schlugen Schaufensterscheiben ein, zerstörten Bushaltestellen und Reklametafeln, beschädigten Autos und Gebäude wie die O2-Veranstaltungsarena.

Glietsch sagte, die Sachschäden lägen auf jeden Fall über denen der Krawalle vom 1. Mai vergangenen Jahres. Eine Schadenssumme von einer Million Euro sei zwar eine Spekulation, er könne diese Höhe aber nicht ausschließen.

Aggressive Stimmung

Linksextreme waren am Mittwochabend mit der Polizei zusammengestoßen. Einige der rund 2000 Demonstranten warfen Flaschen und Steine auf die Polizisten, zündeten Feuerwerkskörper und Böller. Die Polizei vereitelte mit erneut starker Präsenz den geplanten Durchbruch des Protestzugs zu dem geräumten Haus.

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Die Polizei war die ganze Nacht im Einsatz.

(Foto: REUTERS)

Der Demonstrationszug war am Boxhagener Platz in Richtung Warschauer Straße gestartet. Einige Teilnehmer waren in aggressiver Stimmung. Die Polizei hatte das Gelände mit Scheinwerfern hell ausgeleuchtet. Zwei Wasserwerfer fuhren auf, als vermummte Randalierer immer wieder Polizisten angriffen, die sich mit Pfefferspray wehrten. Einige Polizisten wurden leicht verletzt.

Später am Abend zogen Linksautonome in kleinen Gruppen durch benachbarte Straßen, warfen Absperrgitter um und legten Betonplatten auf die Straßen. Sperrmüll-Möbel wurden angezündet und von der Feuerwehr gelöscht.

400 Linke randalieren in Hamburg

Aus Solidarität waren am Mittwochabend in Hamburg rund 400 Linke auf die Straße gegangen. Bei Randalen im Schanzenviertel seien vier Polizisten verletzt worden, sagte eine Sprecherin des Lagezentrums. Die Polizei setzte unter anderem einen Wasserwerfer ein. Auch in Frankfurt am Main zogen etwa 20 schwarz gekleidete Menschen nach Polizeiangaben durch die Stadt.

Am Mittwochvormittag war mit einem massiven Polizeiaufgebot eines der letzten besetzten Häuser in Berlin geräumt worden. Der Altbau im Osten Berlins war 1990 besetzt worden. Die Bewohner erhielten später Mietverträge, ihnen wurde aber gekündigt, als zwei Privatleute das Haus Ende der 90er Jahre kauften.

Bis zum Abend wurden mindestens 32 Störer festgenommen, neun davon in dem verbarrikadierten Gebäude, sagte ein Polizeisprecher. In der Nähe des abgeriegelten Areals um das Haus war es auch tagsüber zu Gewalt gegen bis zu 2500 anwesende Polizisten gekommen.

Quelle: ntv.de, dpa