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Erinnerungen an "Deep Throat" Berühmte Vorgänger des Trump-Informanten

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Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, für den es durch einen Whistleblower ungemütlich wird.

(Foto: REUTERS)

"Fast ein Spion" - so brandmarkt Donald Trump den Whistleblower, der die Ukraine-Affäre mit seinen aufmerksamen Ohren ins Rollen und den US-Präsidenten in Bedrängnis gebracht hat. Viel ist über den Mann bisher nicht bekannt, aber er arbeitet offenbar tatsächlich für einen Geheimdienst. US-Medien berichten, es handele sich um einen Mitarbeiter der CIA. Doch selbst wenn er anonym bleiben sollte, gebührt ihm schon jetzt ein Platz in der Riege der einflussreichsten Whistleblower der US-Geschichte. Hier finden Sie eine Übersicht seiner berühmtesten Vorgänger:

Daniel Ellsberg (geb. 1931): Der frühere Pentagon-Mitarbeiter arbeitete für das Politikinstitut Rand Corporation, als er 1971 der "New York Times" und "Washington Post" Teile eines streng geheimen Schriftsatzes aus dem US-Verteidigungsministerium zuspielte - die "Pentagon Papers" zum Vietnam-Krieg. Das rund 7000 Seiten starke Dokument belegte, dass die Regierung des früheren Präsidenten Lyndon B. Johnson die Öffentlichkeit und den Kongress über US-Einsätze in dem Krieg belogen hatte.

Ellsberg hielt den Vietnam-Krieg nicht für gewinnbar, dies war das Motiv seiner Enthüllungen. Er stellte sich selbst der Justiz. Ellsberg wurde wegen Spionage angeklagt, doch 1973 verwarf ein Richter die Anklage. In den vergangenen Jahrzehnten betätigte sich Ellsberg als Buchautor, Redner und Anti-Kriegs-Aktivist.

Mark Felt (1913-2008): In ihren Recherchen zum Watergate-Skandal stützten sich die legendären "Washington Post"-Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward auf einen Informanten, den sie immer wieder nachts in einer Tiefgarage trafen. Die Zeitung nannte die geheimnisumwitterte Quelle "Deep Throat" (Tiefer Schlund) - nach dem Titel eines Pornofilms.

Der Informant trug wesentlich zum Rücktritt von Präsident Richard Nixon 1974 wegen des Lauschangriffs auf die Wahlkampfzentrale der Demokratischen Partei und der anschließenden Vertuschungsversuche bei. Mehr als 30 Jahre wurde über die Identität von "Deep Throat" spekuliert - bis sich dann 2005 Mark Felt, der Ex-Vizechef der Bundespolizei FBI, als der einstige Informant outete.

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Es war ein Whistleblower, der Richard Nixon am Ende zu Fall brachte.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Linda Tripp (geb. 1949): Sie arbeitete im Pentagon mit Monica Lewinsky zusammen. Die vorherige Praktikantin im Weißen Haus erzählte Tripp vertraulich von ihrer Affäre mit Präsident Bill Clinton. Tripp begann, ihre Telefonate mit Lewinsky heimlich aufzuzeichnen, und händigte die Bänder dem Sonderermittler Kenneth Starr aus. Sie erzählte Starr auch von dem blauen Kleid Lewinskys mit den Spermaflecken des Präsidenten.

Tripp begründete ihre Enthüllungen unter anderem damit, dass Clinton die Praktikantin "emotional missbraucht" habe. Von der Regierung erstritt Tripp eine Entschädigung von mehr als einer halben Million Dollar, weil Informationen aus ihrer Personalakte an die Medien durchgestochen worden waren. Sie heiratete später einen Deutschen und eröffnete mit ihm ein Geschäft mit deutschen Produkten, darunter Weihnachtsschmuck, Bierkrüge und Kuckucksuhren.

Chelsea Manning (geb. 1987): Die Transgender-Frau war 2010 - damals noch unter dem Namen Bradley Manning - im Militärdienst im Irak mit Geheimdienstangelegenheiten befasst. Der Enthüllungsplattform Wikileaks übermittelte sie 700.000 geheime Dokumente und Aufnahmen, darunter das Video eines US-Hubschrauberangriffs auf Zivilisten im Irak oder auch Kommunikation von US-Botschaften.

Manning wurde deswegen zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Aufgrund eines Gnadenerlasses von Präsident Barack Obama kam sie dann nach sieben Jahren frei. Ihr Konflikt mit der US-Justiz geht allerdings weiter. Weil sie sich weigert, gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange auszusagen, befindet sich Manning derzeit in Beugehaft.

Edward Snowden (geb. 1983): In seiner Arbeit für den Geheimdienst NSA lernte Snowden das gigantische Ausmaß der Bespitzelung von Bürgern in den USA wie im Ausland kennen - und war alarmiert. Er kopierte streng geheime Datensätze, setzte sich 2013 nach Hongkong ab und streute von dort aus Dokumente an den britischen "Guardian" und die "Washington Post".

Auf seiner Flucht landete Snowden dann in Russland, wo er seither lebt. Von seinem Exil aus meldet er sich immer wieder mit Warnungen vor der gewaltigen Überwachungsmaschinerie der Geheimdienste zu Wort. In den USA ist Snowden wegen Spionage angeklagt, ihm droht lebenslange Haft. Vor Kurzem veröffentlichte er seine Memoiren.

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Quelle: n-tv.de, Daniel Jahn, AFP

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