Politik

Wahlpleite in Montenegro Beteiligung zu gering

Die Präsidentenwahl in der kleineren jugoslawischen Teilrepublik Montenegro ist wegen zu geringer Beteiligung gescheitert. Nur 45,7 Prozent der 460.000 wahlberechtigten Bürger beteiligten sich an der Abstimmung. Gesetzlich vorgeschrieben ist jedoch eine Mindestbeteiligung von 50 Prozent. Die ungültige Wahl soll muss nun wiederholt werden.

Die oppositionellen Parteien, die für den Erhalt eines Bundesstaates aus Serbien und Montenegro sind, hatten dazu aufgerufen, die Abstimmung zu boykottieren. Als Favorit galt im Vorfeld der derzeitige Parlamentspräsident Filip Vujanovic, der wie sein Parteichef und bisherige Präsident, Milo Djukanovic, als entschlossener Verfechter der Idee eines unabhängigen Montenegros gilt.

Nach dem Bekanntwerden des Scheiterns der Wahl erklärte Vujanovic, auf Grund der destruktiven Kräfte im Land habe es in dieser Runde keinen Erfolg gegeben. "Aber Montenegro wird im Januar einen Präsidenten bekommen und ich bin mir sicher, dass ich es sein werde", sagte er. Von den abgegebenen Stimmen entfielen Angaben der unabhängigen Wahlbeobachtergruppen CeSID und CEMO zufolge 83,9 Prozent auf Vujanovic. Die Wahlwiederholung findet vermutlich am 12. Januar statt.

Um das Amt des Präsidenten bewarben sich elf Kandidaten. Die Wiederholung der Abstimmung muss nach Angaben der Wahlkommission mit den gleichen Kandidaten stattfinden. Nach einem zweiten Scheitern wird eine spätere Neuwahl ausgeschrieben. An der Mindestbeteiligung sind auch in Serbien, der größeren jugoslawischen Teilrepublik, bereits zwei Anläufe einer Präsidentenwahl gescheitert.

Quelle: n-tv.de