Politik

Bereits Dutzende Tote Blutige Kämpfe im Nordirak

Bei der Großoffensive des türkischen Militärs im Nordirak ist es zu heftigen Gefechten mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gekommen. Nach Angaben des türkischen Generalstabs starben bei den Kämpfen bislang 79 Rebellen und sieben eigene Soldaten. Die PKK sprach dagegen von 22 toten Türken und nur fünf eigenen Verwundeten. Die Rebellen drohen damit, "den Kampf in die Türkei hineinzutragen".

Die türkische Armee rückte am Samstag weiter in den Irak vor. Türkische Medien berichteten, es gebe in mehreren Regionen schwere Schießereien mit PKK-Einheiten. Kampfhubschrauber und türkische Artillerie beschossen demnach Verstecke der kurdischen Kämpfer. Der Militäreinsatz verlaufe "wie geplant". Die Armeeführung betonte, dass sich der Einsatz ausschließlich gegen die als Terrororganisation eingestufte PKK richte und zeitlich begrenzt sei.

Die Offensive soll dem Nachrichtensender CNN-Türk zufolge etwa zwei Wochen dauern. Unterstützt wird die Operation auch von der türkischen Luftwaffe. Insgesamt sind an den Kämpfen mehr als 10.000 türkische Soldaten beteiligt.

Irakische Kurden halten sich raus

Die irakischen Kurden kündigten an, sich aus den Kämpfen heraushalten. "Wir werden keine Kriegspartei sein im Kampf zwischen der Türkei und der PKK, nur wenn die Türken Bürger unseres Staates oder bewohnte Gebiete angreifen sollten, dann werden wir erbitterten Widerstand leisten, und darauf haben wir uns auch schon vorbereitet", sagte Massud Barsani, Präsident der nordirakischen Autonomieregion der Kurden. Die Sicherheitskräfte der drei von den Kurden verwalteten Autonomieprovinzen des Nordiraks bestätigten, bisher hätten die Türken weder zivile Ziele noch Stellungen der irakischen Kurden-Kämpfer angegriffen.

Internationale Proteste

International löste die Offensive Besorgnis aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte den Einsatz der Armee. Ihm seien die Bedenken der Türkei zwar bewusst, gleichwohl bekräftige er seine Aufforderung zu größtmöglicher Zurückhaltung und zu Respekt vor der internationalen Grenze zwischen dem Irak und der Türkei. Zugleich forderte er die PKK auf, ihre Terrorattacken auf türkisches Gebiet einzustellen.

Quelle: ntv.de