Politik

Zum 50. Jahrestag der ETA Bombenanschlag in Spanien

Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos sind 46 Menschen verletzt worden.

PDH100_SPAIN-BLAST-_0729_11.JPG6973334906603160078.jpgDie meisten Opfer hätten Schnittwunden durch Glassplitter erlitten, berichtete die spanische Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf die Polizei. An dem Gebäude und an angrenzenden Häusern sei schwerer Sachschaden entstanden, teilten die Behörden mit. Eine Seitenwand der 14-stöckigen Kaserne sei fast komplett eingestürzt. Hinter dem Attentat wird die baskische Untergrund-Organisation ETA vermutet.

Die Bombe war in einem Lieferwagen versteckt, den die Terroristen hinter der Kaserne der militarisierten Guardia Civil abgestellt hatten. Der Sprengsatz detonierte gegen 04.00 Uhr. Im Gegensatz zu früheren Anschlägen ging diesmal nach ersten Erkenntnissen kein Warnanruf der ETA ein. Dies deute darauf hin, dass die Terroristen so viel Schaden anrichten wollten wie möglich.

Viele Beamte und Familien schon im Urlaub

Es sei ein "Wunder", dass niemand getötet wurde, sagte ein Sprecher der Regionalregierung von Kastilien-León. Viele der Beamten der Kaserne und ihre Familien seien bereits in den Ferien gewesen.

38 der Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht, andere wurden in einem angrenzenden Gebäude der Lokalpolizei behandelt. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Durch die Wucht der Detonation gingen in der Gegend auch einige Wasserleitungen zu Bruch.

Gründung der ETA vor 50 Jahren

eta.jpgDas spanische Innenministerium hatte mit einem Anschlag der ETA gerechnet, weil die Organisation an diesem Freitag ihren 50. Jahrestag begeht. Sie war am 31. Juli 1959 in Bilbao gegründet worden. Die ETA hat in den vergangenen Wochen bereits mehrere Attentate verübt und am 19. Juni nahe Bilbao einen Polizeikommissar getötet.

Die ETA kämpft für einen unabhängigen Baskenstaat und hat seit ihrem ersten tödlichen Anschlag 1968 fast 850 Menschen umgebracht. Sie gilt derzeit dank der Polizeierfolge der vergangenen Monate als so geschwächt wie lange nicht mehr. Erst im April war der mutmaßliche ETA-Militärchef Jurdan Martitegi in Südfrankreich festgenommen worden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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