Politik

Postkarten mit Leichenbildern Bosnier verderben Serben den Gründungstag

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Der Screenshot vom niederländischen Fernsehen zeigt holländische UN-Soldaten in Potocari, Bosnien-Herzegowina, vor hunderten von muslimischen Zivilisten, die aus dem nahegelegenen Srebrenica vor serbischem Terror geflüchtet waren.

(Foto: dpa)

Zum Jahrestag der Gründung der serbischen Teilrepublik Srpska will eine Organisation muslimischer Bosnier an die Greueltaten im Bosnienkrieg erinnern. Dafür wählt sie eine eher makabere Art.

Zum Jahrestag der Gründung der serbischen Teilrepublik Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina sorgen Vertreter muslimischer Opferverbände mit Abbildungen von Kriegstoten auf Postkarten für Unruhe. Auf verschickten Karten sind Leichen zu sehen, die im vergangenen Jahr in einem Massengrab in der nordwestlichen Region Prijedor entdeckt wurden. Die Abbildungen wurden an etwa 5000 serbische Repräsentanten des politischen Lebens auf allen Ebenen verschickt.

"Viele Serben feiern den 9. Januar als Tag der Gründung der Republika Srpska im Jahr 1992", sagte Kada Hotic von der Organisation "Mütter von Srebrenica" bei einer Pressekonferenz. "Wir wollen ihnen mit diesen Karten sagen, dass die Fundamente der Republika Srpska auf getöteten Menschen und dem Blut unserer Söhne gebaut sind", fügte sie hinzu.

Aus dem Massengrab waren die Leichen von 430 Menschen geborgen worden. Die Muslime und Kroaten sollen zu Beginn des Bosnienkriegs der Jahre 1992 bis 1995 von bosnischen Serben gefoltert und getötet worden sein. Bosnische Serben übernahmen im April 1992 die Kontrolle über die Region. Insgesamt wurden im Bosnienkrieg etwa 100.000 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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