Politik

Miese Stimmung in London Brown tritt nicht zurück

Der britische Premierminister Gordon Brown schließt einen Rücktritt trotz der Spesenaffäre im Parlament und miserabler Umfragewerte für seine Labour-Partei aus.

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Gordon Brown will das Zepter noch nicht aus der Hand legen.

(Foto: AP)

In einem Gespräch mit der BBC zeigt sich der Regierungschef empört über den Missbrauch öffentlicher Gelder und kündigte an, dass jeder Abgeordnete Rechenschaft über seine Spesenausgaben der vergangenen vier Jahre ablegen müsse. Doch die Frage, ob er nicht selbst einem populäreren Parteiführer weichen wolle, wies er zurück.

Laut einer vom "Daily Telegraph" veröffentlichten Umfrage liegt Labour bei der in Großbritannien am kommenden Donnerstag stattfindenden Wahl zum Europaparlament mit nur noch 17 Prozent auf dem dritten Rang hinter den beiden Oppositionsparteien, den Konservativen und den Liberal-Demokraten. Auch bei der britischen Parlamentswahl, die bis spätestens Mitte kommenden Jahres abgehalten werden muss, landet Labour demnach mit 22 Prozent hinter beiden Oppositionsparteien. Das ist der schlechteste Umfragewert für Labour seit 1987.

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Auf Alistair Darling warten neue Aufgaben.

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Wie die "Sunday Times" berichtete, könnte Brown Schatzkanzler Alistair Darling auswechseln und statt ihm Bildungsminister Ed Balls zum Finanzminister machen. Dem Blatt zufolge, das sich auf Informationen aus der Downing Street beruft, könnte Brown die Kabinettsumbildung noch am Freitag verkünden, also noch vor Veröffentlichung der Ergebnisse der Europawahl.

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Brown wird Smith nicht halten können.

(Foto: AP)

Wirtschaftsminister Peter Mandelson wurde zuletzt als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Außenministers gehandelt. Amtsinhaber David Miliband könnte dann in das Innenressort wechseln, weil Innenministerin Jacqui Smith wegen ihrer Rolle im Spesenskandal ihren Job verlieren dürfte.

Quelle: n-tv.de, dpa

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