Politik

Feuergefechte im Libanon Bürgerkrieg wird importiert

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Gegner der libanesischen Regierung skandieren in Beirut Parolen.

(Foto: AP)

Nach der Ermordung des libanesischen Geheimdienstchefs scheint der syrische Bürgerkrieg auf den Libanon überzugreifen. In Beirut und Tripoli kommt es zu Feuergefechten. Dabei werden auch schwere Waffen eingesetzt.

Nach der Trauerfeier für den bei einem Anschlag ermordeten libanesischen Geheimdienstchef ist es am späten Sonntagabend in der Hauptstadt Beirut zu Feuergefechten gekommen. In der nördlichen Hafenstadt Tripoli lieferten sich Unterstützer und Gegner des syrischen Assad-Regimes Schusswechsel.

Eine Frau sei von einem Heckenschützen getötet worden, berichtete die Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira aus Tripoli. Die libanesische Nachrichtenagentur ANI meldete am späten Sonntagabend, ein Mädchen sei ums Leben gekommen. Bei den "heftigen Kämpfen" in Tripoli seien Artillerie und schwere Waffen eingesetzt worden.

Anti-syrische Partei gegen pro-syrische Regierung

Mehrere Menschen waren am Sonntag in der libanesischen Hauptstadt Beirut verletzt worden, als Oppositionsanhänger versuchten, den Sitz der pro-syrischen Regierung zu stürmen. Die Polizei fuhr Panzer auf und setzte Tränengas ein, um die Angreifer zu stoppen.

Die Anhänger der anti-syrischen Partei "Zukunftsbewegung" wollen die Regierung zum Rückzug zwingen. Beobachter sehen die Drahtzieher für das Attentat, bei dem am Freitag der mächtige libanesische Geheimdienstchef Wissam al-Hassan starb, in Damaskus. Das Attentat gefährdet den brüchigen Frieden im Libanon, da das Land - was die Haltung zum Regime in Syrien angeht - zutiefst gespalten ist.

Bei der Explosion einer Autobombe im christlichen Viertel Aschrafijeh waren am Freitag acht Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Nach Ansicht von Beobachtern galt der Anschlag dem Geheimdienstchef, der der "Zukunftsbewegung" nahestand. Derzeit ist im Libanon ein pro-syrisches Bündnis an der Macht - dominiert von der schiitischen Hisbollah.

Der libanesische Regierungschef Nadschib Mikati hatte Präsident Michel Suleiman am Samstag seinen Rücktritt angeboten. Der Präsident bat ihn allerdings, vorerst im Amt zu bleiben. Der Ministerpräsident argumentierte: "Wir wollen kein Machtvakuum im Libanon." Auch Frankreichs Präsident François Hollande warnte vor einem Machtvakuum im Libanon.

Quelle: n-tv.de, hvo/dpa

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