Politik

Nur 14 Projekte im Kostenrahmen Bund baut eine Milliarde Euro teurer

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Das Richtfest für die neue Kuppel der Staatsbibliothek in Berlin fand im Juli 2013 statt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesbauministerin Hendricks gibt einem Medienbericht zufolge zu: Die meisten Bauvorhaben des Bundes kosten mehr als geplant. Die verantwortlichen Problemzonen will die Ressortchefin bereits ausgemacht haben.

Die 40 größten Bauvorhaben des Bundes produzieren mittlerweile Mehrkosten von insgesamt rund einer Milliarde Euro. Das geht aus einem internen Bericht von Bundesbauministerin Barbara Hendricks hervor, von dem der "Spiegel" berichtet. Dem Papier zufolge bleiben lediglich 14 der 40 Projekte im Kostenrahmen.

"Weitere Kostenrisiken" nennt das Papier dagegen unter anderem bei der Sanierung der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden, die sich inzwischen auf 442 Millionen Euro belaufen sollen. Beim Robert-Koch-Institut seien die Kosten für den ersten Bauabschnitt von etwa 100 auf 170 Millionen Euro gestiegen. Als Ursache nennt das Ministerium unter anderem die "Komplexität des Projekts".

Ein Hochsicherheitstrakt zur Erforschung von Tierseuchen und Viren, das Friedrich-Löffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems, kostet der Liste zufolge sogar 190 Millionen Euro mehr als geplant.

In einem Schreiben an den Bauausschuss des Bundestags räumt Ministerin Hendricks laut "Spiegel" Probleme in der Bauverwaltung ein: "Bei einzelnen Bauverwaltungen tragen strukturelle Defizite und ein zu weit gehender Personalabbau inzwischen zu einer teilweise unzureichenden Aufgabenwahrnehmung bei", heiß es darin.

Die grüne Bundestagsabgeordnete Lisa Paus kritisierte die Unterfinanzierung der Bauverwaltung: "Es nützt am Ende nichts, wenn die öffentliche Hand Personalstellen einspart, aber wegen schlechter Planung und Kontrolle bei Bauprojekten regelmäßig Millionen und Milliarden an Steuergeldern verschwendet", sagte sie.

Quelle: ntv.de, rpe/AFP