Politik

Hartnäckige Politikerinnen Bundestag richtet Spielzimmer ein

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Spielen? Ab jetzt ist das auch im Bundestag für Abgeordnetenkinder möglich - in einem Spielzimmer.

(Foto: picture alliance / Stefan Thomas)

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in der Politik mit vielen Terminen am Abend und am Wochenende nicht leicht. Zudem gibt es für Abgeordnete keine Elternzeit, acht Wochen nach der Geburt müssen Mütter wieder voll einsteigen. Nun gibt es Erleichterung.

Im Bundestag wird ein Spielzimmer für Kinder von Abgeordneten eingerichtet. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, räumen die Vizepräsidenten des Parlaments ein bisher ihnen zustehendes Zimmer direkt neben dem Plenarsaal, damit in Sitzungswochen der parlamentarische Nachwuchs betreut werden kann, wenn spätabends noch debattiert wird oder namentliche Abstimmungen anberaumt werden.

Für das Spielzimmer hätten sich über Fraktionsgrenzen hinweg Abgeordnete der Initiative ,Eltern in der Politik‘ eingesetzt. Gründerinnen der Initiative sind unter anderem Ex-Familienministerin Kristina Schröder (CDU), die Linken-Vorsitzende Katja Kipping und die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner.

"Eine schlichte Notwendigkeit" 

Der Raum soll der Zeitung zufolge in Sitzungswochen von 17.00 bis 21.00 Uhr geöffnet sein. Qualifizierte Erzieher kümmerten sich um die Kinder der Abgeordneten, die Kosten für die Betreuung müssten die Parlamentarier selbst übernehmen. Den Rest der Zeit stünde der Raum ohne Betreuung zum Spielen bereit.

In der kommenden Woche soll der Betrieb starten. In der Testphase vor der Sommerpause ist nur am Donnerstag geöffnet, an dem Tag also, an dem im Plenum abends für gewöhnlich lange debattiert wird, wie die "Süddeutsche Zeitung" weiter schreibt. Wenn die Nachfrage groß genug sei, werde das Spielzimmer eine ständige Einrichtung.

Das Spielzimmer sei "eine schlichte Notwendigkeit", sagte Kristina Schröder dem Blatt, "es gab noch nie so viele Parlamentarierinnen, die im Amt ein Kind bekommen haben." In dieser Legislaturperiode seien es 21 Frauen gewesen. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass im Bundestag das Normalste der Welt, nämlich dass Abgeordnete Kinder haben, keine Rolle spielt", sagte Franziska Brantner der Zeitung. Immerhin herrsche mit dem Spielzimmer nun "zumindest ein Stückchen Normalität" im Bundestag.

Quelle: ntv.de, bad