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Das Minister-Puzzle der Großen Koalition CSU ignoriert Absprache

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Die Bayern-Connection: Ramsauer, Seehofer und Friedrich.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer wird eigentlich Minister in der Großen Koalition? Angeblich wollen Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer erst Mitte Dezember entscheiden. Doch das Schweigen liegt nicht jedem. Mindestens zwei Namen stehen offenbar schon fest.

Erst das SPD-Mitgliedervotum, dann wird entschieden und bekannt gegeben, wer Minister in der Großen Koalition wird. So lautet zumindest die Absprache zwischen den drei Parteichefs Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Horst Seehofer. Doch gut zu halten scheint das Stillschweigeabkommen nicht.

Denn jetzt hat sich jemand verplappert, der offenbar Bescheid weiß über die künftige Ressortverteilung. Demnach sollen zwei CSU-Politiker ihre Ministerposten behalten. Hans-Peter Friedrich bleibt Innen-, Peter Ramsauer Verkehrsminister in der Großen Koalition. Das erfuhr die "Welt" aus CDU-Kreisen.

Etwas überraschend ist das zumindest im Fall Ramsauer. CSU-Chef Seehofer hatte den Parteikollegen in den vergangenen Monaten mehrfach auflaufen lassen. Es hieß plötzlich, Seehofer wolle ihn degradieren und in das unbedeutende Verbraucherministerium versetzen. Ramsauers Zukunft im Kabinett galt als unsicher.

Was wird aus Dobrindt?

Favorit für das Verkehrsministerium war eigentlich Alexander Dobrindt. Der bisherige Generalsekretär gilt als politischer Ziehsohn Seehofers. Für seine Arbeit im Wahlkampf hatte der Parteichef ihn zuletzt wiederholt gelobt und sogar ein Ministeramt in Aussicht gestellt. Jetzt bliebe für Dobrindt nur noch das ungeliebte Ministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft. Seehofer beansprucht drei Ressorts. Nachdem die bisherige Amtsinhaberin Ilse Aigner nach Bayern gewechselt ist, hätten die Christsozialen dann künftig keine Frau mehr im Kabinett.

Neben Ramsauer und Friedrich sollen bereits weitere Personalien feststehen. Demnach bekleidet der Sozialdemokrat Frank-Walter Steinmeier das Außenamt, seine Parteikollegin Manuel Schwesig wird Familienministerin. Das Finanzressort behält wohl CDU-Mann Wolfgang Schäuble.

Bis Mitte Dezember dringt womöglich noch der ein oder andere Name an die Öffentlichkeit. Bis zum Ausgang des SPD-Mitgliedervotums sind es ja immerhin noch zwei Wochen. So lange zu schweigen, ist nicht jedermanns Sache. Daran ändern auch geheime Absprachen nichts.

Quelle: n-tv.de, cro

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