Politik

USA ehren Dalai Lama China bestellt Botschafter ein

Aus Protest gegen die Ehrung des Dalai Lamas im US-Kongress hat China den amerikanischen Botschafter in Peking einbestellt. Die Auszeichnung des Dalai Lamas mit der Goldmedaille des Kongresses habe die Beziehungen zwischen beiden Staaten untergraben, erklärte der chinesische Außenamtssprecher Liu Jianchao. Es handele sich um eine eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas seitens der USA, die die Gefühle des chinesischen Volks stark verletzt habe.

Das US-Parlament hatte das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Mittwoch für dessen Einsatz für Frieden und Menschenrechte im Beisein von US-Präsident George W. Bush ausgezeichnet. Bush, der den Dalai Lama bereits am Dienstag zu einer privaten Unterredung im Weißen Haus empfangen hatte, würdigte diesen während der Preisverleihung als ein "weltweites Symbol für Frieden und Toleranz". Während der Feierstunde im Kapitol saß Bush neben dem Dalai Lama. Es sei eine große Ehre für ihn, die Goldmedaille des Kongresses entgegenzunehmen, sagte der Dalai Lama. Diese Auszeichnung werde dem tibetischen Volk große Freude bereiten und Ermutigung sein. Die renommierte Auszeichnung haben bereits der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der verstorbene Papst Johannes Paul II. und der frühere britische Premierminister Tony Blair erhalten.

China hat Tibet 1950 besetzt und betrachtet es als Teil seines Territoriums. Der Dalai Lama ging damals ins Exil. Der Friedensnobelpreisträger von 1989 fordert keine Unabhängigkeit für Tibet, tritt aber für eine "wirkliche Autonomie" ein. Peking ist jeder Empfang des Dalai Lama durch ausländische Staats- und Regierungschefs ein Dorn im Auge. Bereits auf den Besuch des Dalai Lama im Bundeskanzleramt in Berlin vor gut drei Wochen hatte die chinesische Regierung heftig reagiert. Ein für Mittwoch geplantes Berliner Treffen der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands zu Beratungen über das iranische Atomprogramm wurde nach US-Angaben verschoben, weil China seine Teilnahme aufkündigte.

Mit Blick auf die chinesischen Proteste hatte Bush vor der Zeremonie gesagt, er glaube nicht, dass das Verhältnis zu China ernsthaft Schaden nehme. Er habe seine Entscheidung dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao und der Regierung in Peking erläutert. "Ich habe den Chinesen immer wieder gesagt, dass Religionsfreiheit in ihrem nationalen Interesse ist. Ich habe ihnen auch gesagt, dass es in ihrem Interesse ist, den Dalai Lama zu treffen", erklärte Bush.

Quelle: ntv.de

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