Politik

Nordkorea gegen Südkorea Clinton verurteilt Kriegslust

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Der Industriepark Kaesong ist eine Geldmaschine für den Norden.

(Foto: REUTERS)

US-Außenministerin Clinton dringt auf eine geschlossene internationale Reaktion im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea. Machthaber Kim solle "Provokationen und Politik der Drohungen" unterlassen, fordert sie.

US-Außenministerin Hillary Clinton hat Nordkorea während ihres Besuchs in Südkorea davor gewarnt, den Konflikt der beiden Nachbarstaaten eskalieren zu lassen. Die Regierung in Pjöngjang solle ihre "Provokationen und Politik der Drohungen" unterlassen, sagte Clinton in Seoul nach einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak. Zugleich forderte sie eine Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf das Sinken des südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" im Gelben Meer, das nach Ansicht internationaler Ermittler durch einen nordkoreanischen Torpedoangriff verursacht wurde.

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(Foto: DAPD)

"Wir werden in dieser schwierigen Stunde an ihrer Seite stehen, und wir werden immer an ihrer Seite sein", sagte Clinton. Der Untergang der "Cheonan" erfordere eine "starke, aber maßvolle Antwort". So müsse etwa der UN-Sicherheitsrat dazu Stellung nehmen. Die USA prüften ihrerseits "zusätzliche Optionen", um Nordkorea zur Verantwortung zu ziehen. "Wir können nicht die Augen vor Kriegslust und Provokation verschließen", fügte die US-Außenministerin hinzu. Vor ihrer Reise nach Seoul hatte sie bei einem Besuch in Peking China zu einem härteren Umgang mit dem verbündeten Nordkorea aufgefordert.

Türchen bleibt offen

Nordkorea bestreitet eine Verwicklung in den Untergang der "Cheonan". Das kommunistische Land brach offiziell alle Beziehungen zu Südkorea ab, hat aber südkoreanischen Arbeitern den Zugang zum gemeinsam betriebenen Industriepark Kaesong im Grenzgebiet gestattet. Ein Sprecher des Einheitsministeriums in Seoul erklärte, die Regierung in Pjöngjang habe die Zugangserlaubnis für die Arbeiter übermittelt.

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Hillary Clinton besuchte aus Solidarität Südkorea. Vorher war sie in China zu Gast.

(Foto: REUTERS)

Analysten sagten, das Verhalten Nordkoreas zeige, dass das verarmte Land sehr vorsichtig bei Maßnahmen sei, die ihm materiell schaden könnten. "Nordkorea schließt Kaesong noch nicht sofort, weil es diese Trumpfkarte noch im Ärmel braucht, sagte Jang Cheol-hyeon vom Institut für nationale strategische Sicherheit. In dem Industriepark beschäftigen südkoreanische Unternehmen rund 40.000 Niedriglohn-Arbeiter aus Nordkorea. Die Löhne zahlt Südkorea direkt an die Regierung Nordkoreas. Damit ist Kaesong eine der wenigen legalen Devisen-Einnahmequellen für Nordkorea.

Die Spannungen in Korea belasteten auch die Märkte in Fernost. Allerdings zeigten sich sowohl der Aktienmarkt in Seoul als auch die südkoreanische Währung Won relativ robust. Nach anfänglichen Gewinnen gaben die Kurse im Verlauf aber leicht nach.

Quelle: n-tv.de, rts/AFP

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