Politik

Nicht nur in Schulbüchern "Defizit bei DDR-Geschichte"

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, teilt die Kritik der Stiftung Warentest an der Darstellung der DDR-Geschichte in Schulbüchern. "Ich kann dieser Untersuchung nur Recht geben. Das ist auch der Befund, den wir haben", sagte Krüger der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. "Die Vermittlung von DDR-Zeitgeschichte lässt enorm zu wünschen übrig."

Die Stiftung Warentest hatte nach der Untersuchung von Schul-Geschichtsbüchern kritisiert, dass die DDR oft einseitig geschildert werde. Auch sachliche Fehler wie falsche Zeitangaben wurden entdeckt.

Krüger verwies darauf, dass die Bundeszentrale in den vergangenen Jahren intensiv mit Historikern an einer Verbesserung gearbeitet habe. Dabei sei das Werk "Teilung und Integration" entstanden, das eine Grundlage für die Schulbuchentwicklung sein könne. Eine Änderung der Bücher sei aber Aufgabe der Verlage und der Kultusbehörden der Länder.

Nachholbedarf im historischen Bewusstsein sieht Krüger in ganz Deutschland. Für viele Westdeutsche, die 1990 die Einheit mit Euphorie erlebt hätten, sei danach nur noch die finanzielle Belastung durch den Solidaritätszuschlag Thema gewesen. Die DDR-Geschichte dürfe nicht einfach als ein Aspekt des Sowjetimperiums begriffen werden, sondern als Folge des Zweiten Weltkriegs, betonte Krüger. Eine Hälfte Deutschlands habe unter der Vorherrschaft der Sowjetunion ohne Freiheit und Demokratie leben müssen, während es der anderen Hälfte dank der Rahmenbedingungen über Jahrzehnte sehr viel besser ergangen sei. Die Erinnerung daran gehöre in das kulturelle Gedächtnis, gerade auch in den alten Bundesländern. "Diese Haltung des Mitfühlens, der Sympathie mit den Menschen, muss man immer wieder auf die Tagesordnung setzen."

Quelle: n-tv.de

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