Politik

Zwangsernährung in Guantanamo Demokraten rufen Obama zur Räson

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Schon vor Jahren hatte Obama angekündigt, Guantanamo schließen zu wollen - das Lager gibt es immer noch.

(Foto: REUTERS)

"Wir wollen nicht, dass sie sterben" - so begründet das Weiße Haus die Zwangsernährung von Häftlingen im Gefangenenlager Guantanamo. Politiker der eigenen Partei fordern US-Präsident Obama nun auf, die Vorgehensweise zu beenden. Ein US-Rapper schockt derweil mit dem Video eines Selbstversuches.

Führende Abgeordnete der Demokratischen Partei haben an US-Präsident Barack Obama appelliert, der Zwangsernährung hungerstreikender Häftlinge im US-Gefangenenlager Guantanamo ein Ende zu setzen. Die Senatoren Dick Durbin und Dianne Feinstein kündigten an, Obama in einem Brief aufzufordern, von seiner Weisungsbefugnis Gebrauch zu machen. "Ich denke, der Kongress hat eine Mitschuld an der gegenwärtigen, komplizierten Situation", sagte Durbin bei einer Anhörung im Justizausschuss des Senats.

Feinstein, die Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, war vor Kurzem in Guantanamo gewesen. "Die Häftlinge werden in einen Sitz gezwängt, dann wird ihnen zweimal am Tag eine mit Olivenöl geschmierte Sonde eingeführt, durch die Nase und dann in den Magen", schilderte sie die Zustände in dem Lager. "Das geht so Woche für Woche, Monat für Monat."

"Es beginnt, unerträglich zu werden"

Aus Protest gegen Zwangsernährung von Guantánamo-Häftlingen ließ sich US-Rapper Mos Def ebenfalls durch einen Schlauch ernähren. In einem Video ist zu sehen, wie dem im orangenen Gefangenanzug gekleideten Künstler flüssige Nahrung über einen Schlauch in die Nase eingeführt wird. "Der erste Teil ist nicht so schlimm, aber dann bekommst du dieses Brennen. Und es beginnt, wirklich unerträglich zu werden", sagt der Rapper. Wenig später bricht er das Experiment unter Schmerzensschreien ab. "Ich konnte es nicht ertragen", sagt er im Video.

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Reprieve unterzog sich der Musiker, der sich auch Yasiin Bey nennt, in der Behandlung, wie sie in dem US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba angewendet wird.

Ohne Anklage

Von den derzeit 166 Häftlingen auf dem US-Stützpunkt im Südosten Kubas sind 106 aus Protest gegen ihre Inhaftierung im Hungerstreik, 45 von ihnen werden zwangsernährt. "Wir wollen nicht, dass sie sterben", hatte Obamas Sprecher Jay Carney zuvor erklärt. "Es wird das veranlasst, um es zu verhindern."

Ein Großteil der Guantanamo-Insassen wird seit Jahren ohne Anklage festgehalten. Obama hatte nach seinem Amtsantritt versucht, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichtete Lager schließen zu lassen, scheiterte aber am Widerstand im Kongress. Im Mai kündigte er an, er werde einen neuen Anlauf unternehmen.

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Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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