Politik

Nach Kritik des Simon-Wiesenthal-Zentrums "Der Landser" wird eingestellt

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In den Kriegsromanheften werde der Nationalsozialismus verharmlost, kritisierte das Simon-Wiesenthal-Zentrum.

(Foto: dpa)

Die Vorwürfe des Simon-Wiesenthal-Zentrums wiegen wohl zu schwer: Das Heft "Der Landser" wird nicht weiter publiziert. Die jüdische Menschenrechtsorganisation hatte den Machern vorgeworfen, das Heft glorifiziere den Nationalsozialismus.

Mehr als 55 Jahre lang erzählt "Der Landser" Geschichten von Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Die "größte kriegerische Auseinandersetzung der Weltgeschichte" werde so "in ihrer ganzen Dramatik deutlich", schrieben die Macher über ihr Kriegsromanheft. Nazi-Kriegsverbrecher würden darin reingewaschen, lautete dagegen das Urteil des Historikers Stefan Klemp, der die Reihe für das Simon-Wiesenthal-Zentrum unter die Lupe nahm. Die Kritik saß offenbar: Das Heft, das von einem Tochterverlag der Bauer Media Group publiziert wurde, wird eingestellt.

Auch zuvor war schon eine unkritische und unangemessene Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg im "Landser" beanstandet worden. Doch das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das die Hefte analysieren ließ, fand noch deutlichere Worte. In Schreiben an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Ende Juli forderte es eine Überprüfung des Heftes. Es müsse untersucht werden, ob gegen das Verbot der Verbreitung von Propaganda für verfassungswidrige Organisationen wie der SS verstoßen worden sei.

Die Bauer Media Group stritt die Vorwürfe umgehend ab. Alle ihre Publikationen - auch "Der Landser" - stünden "im Einklang mit den in Deutschland geltenden Gesetzen", teilte das Unternehmen mit. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften habe die Publikation wiederholt geprüft und nichts beanstandet.

Sogar ein "unabhängiges Rechtsgutachten" des Strafrechtlers Otmar Kury holte sich der Verlag ein. Erneut wehrte sich der Verlag und erklärte nun fast wortgleich: Auch Kury sei der Auffassung, "dass "Der Landser" im Einklang mit den in Deutschland geltenden strengen Gesetzen steht und darin weder der Nationalsozialismus verherrlicht noch verharmlost wird".

Trotzdem habe der Verlag diese Prüfung nun zum Anlass genommen, "die Publikation hinsichtlich der Portfoliostrategie des Unternehmens zu bewerten". Bauer bemüht sich also um Schadensbegrenzung. Das Ergebnis: Die Reihe werde nicht fortgeführt.

Quelle: n-tv.de, hah

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