Politik

Heftige Kritik an Bundesregierung Deutscher in Aleppo inhaftiert

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In Aleppo tobt seit Tagen der Krieg zwischen Assads Regierungstruppen und den Rebellenkämpfern.

(Foto: REUTERS)

Im Zentralgefängnis der umkämpften syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo ist auch ein Deutscher inhaftiert. Der Mann, der Kontakte zur Muslimbruderschaft haben soll, fürchtet nach eigenen Angaben um sein Leben und kritisiert das Auswärtige Amt.

In der seit Wochen umkämpften syrischen Stadt Aleppo sitzt auch ein Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft in Haft. Der 51-Jährige beschwert sich nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über mangelhafte Unterstützung durch die Bundesregierung. Das Auswärtige Amt habe "total versagt". Nach der Erschießung von mehreren Häftlingen in der vergangenen Woche fürchte er ebenfalls um sein Leben. Menschenrechtsorganisationen hatten jüngst von Massakern in Syriens Gefängnissen berichtet.

Die Angaben des Deutschen, der auch einen syrischen Pass hat, lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Nach Informationen der "Süddeutschen" soll er bereits 2006 wegen Kontakten zu der in Syrien verbotenen Muslimbruderschaft verurteilt worden sein. Der Mann sei eigentlich irakischer Kurde, aber mit einem gefälschten syrischen Pass in den 80er Jahren nach Deutschland gekommen. Er habe lange in Regensburg gelebt.

Das Auswärtige Amt ging auf die Vorwürfe nicht näher ein. Eine Ministeriumssprecherin erklärte aber, der Fall sei bekannt. Zugleich verwies sie darauf, dass die deutsche Botschaft in Damaskus aus Sicherheitsgründen bereits seit Monaten geschlossen sei. Damaskus sei aber aufgefordert worden, "Zugang zu Medikamenten zu gewähren und die Einhaltung der UN-Standards für die Gefangenenbetreuung" zu garantieren.

Quelle: n-tv.de, dpa

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