Politik
Ein historischer Ort.
Ein historischer Ort.(Foto: dpa)
Mittwoch, 11. Mai 2011

Historischer Balkon in Prag: Deutschland darf Botschaft kaufen

Die Prager Botschaft, von dessen Balkon Außenminister Hans-Dietrich Genscher den DDR-Flüchtlingen 1989 die Ausreise verkündete, könnte bald der Bundesrepublik gehören. Die tschechische Regierung hat grünes Licht für Verhandlungen über den Verkauf des Lobkowicz-Palais an Deutschland gegeben. Das bestätigte Regierungssprecher Jan Osuch auf Anfrage.

Abschiedskuss durch den Zaun am am 30. September 1989.
Abschiedskuss durch den Zaun am am 30. September 1989.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

"Es geht um ein Symbol der Wiedervereinigung", sagte der tschechische Botschafter in Berlin, Rudolf Jindrak. Nach der Prager Entscheidung könne nun über die konkreten Bedingungen verhandelt werden. Im Gegenzug hofft die tschechische Seite, im Botschaftsviertel am Tiergarten ein Baugrundstück zu erhalten, so der Botschafter.

Das jetzige Domizil in der Berliner Wilhelmstraße ist den Tschechen zu groß und kostet jährlich fast 400.000 Euro im Unterhalt. Mit einem Umzug an den Tiergarten könnte man an den historischen Standort der inzwischen zerstörten tschechoslowakischen Botschaft der Zwischenkriegszeit anknüpfen, sagte Jindrak.

Genschers Auftritt auf dem Balkon des Lobkowicz-Palais ist legendär. Am Abend des 30. September 1989 verkündete der Außenminister, dass die Botschaftsflüchtlinge in Prag und Warschau ausreisen dürften. Seine Worte gingen im Jubel der mehr als 4000 Menschen unter, die tagelang unter schwierigen humanitären Bedingungen innerhalb des Geländes auf der Prager Kleinseite ausgeharrt hatten. Die Bilder von "Genschers Balkon" gingen um die Welt und gelten als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Wende.

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Quelle: n-tv.de