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Iran will Konvertiten töten Deutschland fordert Gnade

Der Abfall vom Islam wird im Iran mit der Todesstrafe bedroht. Ein Iraner, der zum Christentum übergetreten und evangelischer Pastor geworden ist, soll im Iran hingerichtet werden.

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Protest vor der iranischen Botschaft in Berlin (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Aus Protest gegen die drohende Hinrichtung eines evangelischen Pastors im Iran hat die Bundesregierung den iranischen Geschäftsträger einbestellt. Der Diplomat bekam vom Kanzleramt die "dringende" Aufforderung übermittelt, dass der Iran auf die Vollstreckung des Todesurteils gegen Pastor Youcef Nadarkhani verzichtet. Der 35-Jährige soll unter anderem wegen "Verbreitung nichtislamischer Lehre" und "Abfalls vom Glauben" gehenkt werden.

Der Protest wurde nach Angaben eines Regierungssprechers im Kanzleramt dem amtierenden iranischen Geschäftsträger Mortesa Tehrani übergeben. Die Bundesregierung verwies darauf, dass sich der Iran mit der Unterzeichnung des "Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte" völkerrechtlich verpflichtet habe, auch religiöse Minderheiten zu schützen.

Nadarkhani war vor vielen Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Die iranische Justiz forderte ihn nach dem ersten Todesurteil vom Herbst 2010 nun auf, sich vom christlichen Glauben loszusagen. Andernfalls werde die Strafe vollstreckt.

Im Iran mit seinen annähernd 75 Millionen Einwohnern gibt es nach Schätzungen etwa 400.000 Christen. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. Gotteslästerung, der Abfall vom Islam und Mission unter Muslimen können im Iran mit dem Tode bestraft werden.

Quelle: ntv.de, dpa