Politik

Vorentscheidung für die Wahl? "Die Flut stärkt Merkels Image"

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(Foto: dpa)

Während Peer Steinbrück in Berlin mit Studenten diskutiert, watet Angela Merkel in Wanderschuhen durch die Unwettergebiete. Kommt die Flut der Kanzlerin drei Monate vor der Wahl sogar gelegen? Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer erklärt im Interview mit n-tv.de, inwiefern das Hochwasser sogar die Wahl beeinflussen könnte.

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Nicht mit Gummistiefeln, sondern mit Wanderschuhen kam Merkel nach Pirna.

(Foto: dpa)

n-tv.de: Entscheidet das Hochwasser die Wahl?

Oskar Niedermayer:  Das Hochwasser ist mindestens so schlimm wie 2002, aber es kommt für die Wahl etwas zu früh. Es sind ja noch über drei Monate. Wenn sich die Lage in den nächsten Wochen deutlich entspannt, wird das keinen wesentlichen Einfluss auf das Wahlverhalten haben.

Es heißt, dass der damalige SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder vor der Wahl 2002 wesentlich davon profitiert hat, dass er sich in Gummistiefeln in den Krisengebieten zeigte.

Damals waren Gerhard Schröder und die SPD in Schwierigkeiten, bevor das Hochwasser kam. Es sah so aus, als ob sie die Wahl verlieren würde. In diesem Jahr gibt es eine ganz andere Konstellation. Frau Merkel sitzt sehr sicher im Sattel. Es bestehen keinerlei Zweifel darüber, dass die Union als stärkste Partei aus der Wahl hervorgeht. Die Probleme liegen eher bei der FDP und darin, ob sie in den Bundestag kommt.

Wie stark sind die Bilder von Merkel in den Unwetteregionen?

Für die Betroffenen ist es wichtig, dass die Kanzlerin Flagge zeigt, zu den Menschen kommt und nicht nur mit dem Hubschrauber drüberfliegt. Diese Bilder wirken sicherlich. Die Flut stärkt Merkels Image als Krisenlenkerin, das bisher vor allem von der Eurokrise bestimmt wurde. Doch bis zur Bundestagswahl ist das möglicherweise wieder verblasst.

Peer Steinbrück kann beim Thema Flut derzeit nicht so gut punkten.

Die SPD hat ein Problem: Ihr Kanzlerkandidat ist nur ein einfacher Abgeordneter. Die Leute wissen, dass er nicht hinfahren und schnelle Hilfe versprechen kann, das kann nur die Kanzlerin. Andererseits muss Steinbrück trotzdem seine Betroffenheit äußern. Das hat er ja auch schon getan.

Mit Oskar Niedermayer sprach Christian Rothenberg

Quelle: n-tv.de

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