Politik

Helfer in Darfur Drei Geiseln wieder frei

Die drei am Mittwoch in der sudanesischen Krisenregion Darfur verschleppten Mitglieder der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind wieder auf freiem Fuß. Das teilte das italienische Außenministerium am Freitagabend mit. Aus Kreisen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Italien verlautete, es sei kein Lösegeld gezahlt worden.

Der italienische Außenminister Franco Frattini äußerte sich zufrieden über die Freilassung der drei Mitglieder der belgischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen (MSF) - ein Italiener, ein Franzose und eine Kanadierin. Die für MSF in Darfur zuständige Sprecherin Susan Sandars sagte, die sudanesischen Behörden hätten sie über die Freilassung unterrichtet. Laut MSF waren die freigelassenen Geiseln unterwegs nach El Faschir, der Hauptstadt von Darfur.

Die Behörden hatten zuvor den Aufenthaltsort der Verschleppten ausfindig gemacht und sich optimistisch zu ihrer baldigen Freilassung geäußert. Bewaffnete Männer hatten die MSF-Mitglieder am Mittwochabend in ihrem Büro in Norddarfur überfallen und gemeinsam mit zwei einheimischen Mitarbeitern verschleppt. Die beiden Sudanesen ließen die Geiselnehmer nach kurzer Zeit wieder frei.

Die Hilfsorganisation zog daraufhin rund 30 Mitarbeiter aus Darfur ab und wollte nach eigenen Angaben nur vier ausländische Mitarbeiter in der Region belassen. Die französischen und niederländischen Abteilungen von Ärzte ohne Grenzen waren in der vergangenen Woche aus Darfur ausgewiesen worden. Die Teams aus Belgien, der Schweiz und Spanien durften dagegen in der Krisenregion bleiben.

Die sudanesische Regierung hatte in der vergangenen Woche mehrere Hilfsorganisation ausgewiesen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag einen Haftbefehl gegen Staatschef Omar el Baschir wegen Völkermords erlassen hatte. Durch den Bürgerkrieg in Darfur starben nach UN-Angaben rund 300.000 Menschen. Rund 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben.

Quelle: n-tv.de