Politik

Umfragewerte der Genossen bleiben stabil Edathy schadet der SPD nicht

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Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den zurückgetretenen Bundestagsabgeordneten Edathy. Der SPD-Politiker will sich wehren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist der denkbar schlimmste Vorwurf an eine öffentliche Person: Kinderpornografie. Die Wähler trennen den Skandal um den Sozialdemokraten Edathy offenbar trotzdem klar von den Leistungen der SPD insgesamt. Der große Umfrage-Verlierer ist jemand anderes.

Der Fall Sebastian Edathy wirkt sich vorerst nicht negativ auf die Zustimmung der Bürger zur SPD aus. Trotz der Ermittlungen gegen den Sozialdemokraten würden den Genossen laut dem Stern-RTL-Wahltrend 24 Prozent der Deutschen ihre Stimme geben. Genau so viele wie in den Wochen zuvor. 14 Prozent der Befragten glauben zudem, dass die SPD am besten mit den Problemen Deutschlands fertig wird - das bedeutet zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Auch die Beliebtheit führender SPD-Politiker litt bisher nicht. SPD-Chef Sigmar Gabriel halten weiterhin 15 Prozent der Deutschen für den geeignetsten Kanzler.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa erhob die Daten vom 10. bis zum 14. Februar, also genau im Zeitraum zwischen den ersten Durchsuchungen der Polizei bei Edathy und der Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft, dass sie bei ihm Material gefunden habe, das sich im "Grenzbereich zu dem, was Justiz unter Kinderpornografie versteht" befindet.

Merkel verliert an Zustimmung

Während die SPD dem Kinderpornografie-Skandal offenbar trotzt, ist die Union der große Verlierer der zurückliegenden Woche: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden nur noch 40 Prozent der Bürger für die Truppe von Angela Merkel stimmen. Damit verliert die Partei in der zweiten Woche in Folge einen Prozentpunkt. Auch die Beliebtheit der Kanzlerin leidet. Sie verliert gleich vier Prozentpunkte. Mit nunmehr 53 Prozent Zustimmung schneidet sie trotzdem noch weitaus besser ab als Vizekanzler Gabriel.

Bei den übrigen Parteien stagnieren die Umfragewerte weitgehend. Linke und Grüne verharren bei je 10 Prozent. Die FDP scheitert mit 4 Prozent weiterhin an der Sperrklausel. Lediglich die AfD kann im Vergleich zur Vorwoche Gewinne verzeichnen. Der Zuspruch zu den Eurokritikern steigt von 4 auf 5 Prozent.

Quelle: ntv.de, ieh